Koalition wirft Huthis „maritimen Terrorismus“ vor – und greift Ziele der Miliz an
Audioplayer wird geladen Anzeige Nach einem Angriff auf ein Schiff im Roten Meer hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf Ziele im Jemen geflogen. Sie macht die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz verantwortlich für die Attacke auf das unter saudi-arabischer Flagge fahrende Schiff und wirft ihr „maritimen Terrorismus“ vor. Ziel seien „legitime militärische Ziele“ der Huthi in der jemenitischen Provinz Hudaida gewesen, die mit der Bedrohung des Schiffsverkehrs im Roten Meer in Verbindung stünden, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X. Die inzwischen abgeschlossene Militäraktion sei verhältnismäßig gewesen und habe die Einsatzziele erreicht. Der Hafen von Hudaida sei nicht angegriffen worden. Anzeige Lesen Sie auch Huthi-nahe Medien hatten zuvor Luftangriffe in der Hafenstadt Hudaida gemeldet. In den Berichten hieß es, Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida sowie die Insel Kamaran seien getroffen worden. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Über dem Gebiet seien Flammen und dichte Rauchwolken aufgestiegen. Ein Huthi-naher TV-Sender bezeichnete die Angriffe als „saudi-arabische Aggression“. Anzeige Die Huthi-Rebellen schworen dem benachbarten Königreich Vergeltung. Die Angriffe auf zivile Ziele würden „nicht ungestraft bleiben“, zitierte die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung auf der Plattform Telegram. Die Abschreckungsformel sei klar: Eskalation werde mit Eskalation beantwortet. Laut dem iranischen Sender Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in Saudi-Arabien. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein. Der saudi-arabische Zivilschutz erklärte kurze Zeit später auf der Plattform X, die Gefahr in Yanbu sei vorbei. Huthi-Miliz nimmt Handelsschiffe ins Visier Zuvor war es im Roten Meer erneut zu einem Angriff auf ein unter saudi-arabischer Flagge fahrendes Schiff gekommen. Dabei sei der Rumpf der „NCC Masa“ leicht beschädigt worden, berichtete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde. In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker „Encelia“ angegriffen worden, woraufhin an Bord ein Feuer ausbrach. Die schiitischen Huthi reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich. Lesen Sie auch Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Miliz kündigte am Montag eine „Blockade“ für saudi-arabische Schiffe an – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz im Jemen seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der Schifffahrt“, hieß es. Zu dem aktuellen Angriff äußerten sich die Huthi zunächst nicht. Die Miliz kontrolliert im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Trumps Drohung an die Huthi-Miliz US-Präsident Donald Trump hatte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran bereits am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, sollten erneut Schiffe von der Miliz angegriffen werden. „Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte „schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst“ an. Die Huthi hatten das arme Land auf der Arabischen Halbinsel 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung, während die Huthi Hilfe des Irans bekommen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gibt es allerdings weiterhin. dpa/luwi