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Köln: Hunderte Menschen stehen für letzte Kusama-Nächte an

Unterhaltung

Zwei letzte Nächte mit den Werken von Yayoi Kusama wollten viele hunderte Besucherinnen und Besucher des Museum Ludwigs am Wochenende noch erleben, bevor die Ausstellung ab Montag schließt. Weil sie so beliebt war, öffnete das Museum am Wochenende von 20 bis 2 Uhr für zwei lange Nächte noch einmal die Türen. Karten gab es vorab aber nicht zu kaufen: Wer zuerst da war, kam zuerst rein. Sicher gehen, dass es klappt, wollte Egon, der als Erster in der Schlange stand und aus Mainz angereist war. Seit 14.30 Uhr stehe er schon an, sagte er. Hinter ihm bildete sich bis zum Abend eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange. Wie lange sie genau war, ist schwer zu sagen. In vielen Kurven reichte sie bis zum Rhein hinunter. Wegen des großen Andrangs öffnete das Museum am Samstag doch schon um 19 Uhr, eine Stunde früher als angekündigt. Die Wartenden dankten es dem Museum. Anreise aus dem Saarland für Ausstellung in Köln Nach zwei Stunden Anstehen haben E. Mang und ihr Mann fast den Eingang erreicht. Sie sind aus dem Saarland extra für die Kusama-Nacht angereist. „Wir waren vor ein paar Wochen schon mal in Köln, aber da war die Ausstellung ausverkauft“, sagt die Frau. Bisher kannte das Paar die Arbeiten der Künstlerin Kusama nicht. Die beiden haben von der Ausstellung über die vielen Medienberichte gehört. „Die Bilder sahen so toll aus, das wollten wir uns unbedingt selbst angucken.“ Sie haben auch gleich eine spontane Schlangen-Freundschaft geschlossen. In den zwei Stunden Wartezeit sind Gespräche über Kusama mit den beiden jungen Frauen Yaenc C. und Gülben S. entstanden, die hinter ihnen standen. Sie sind an diesem Abend aus Mönchengladbach und Aachen nach Köln gefahren, um Kusamas Kürbisse nach den ausverkauften Ausstellungswochen doch noch sehen zu können. Nach zahlreichen Bögen direkt neben dem Museumseingang, schlängelten sich die Besucherinnen und Besucher über den Heinrich-Böll-Platz, die Treppen zum Rhein hinunter, machten dort einen großen Kreis, und führten die Schlange die Serpentinen am Rand der Treppe wieder hoch auf den Heinrich-Böll-Platz. Überrascht, wie viele Menschen anstanden, gesellten sich um 20 Uhr Annik Schwan und Jan-Phillip Kammeier ans Ende auf den Serpentinen dazu. Schwan hat in ihrer Wohnung schon Bildabzüge von Kusama hängen – die Chance, die Werke der Künstlerin live in ihrer Heimatstadt zu sehen, wollte sie sich nicht entgehen lassen. Ein striktes Limit, wie lange er anstehen will, wollte Kammeier sich nicht geben. Dass es nicht länger als eineinhalb Stunden dauern würde, hoffte er aber. Einige Wartende hatten Bücher mitgebracht, andere teilten sich ein Sixpack Kölsch mit den Schlangennachbarn. Kammeier sagte: „Notfalls bestelle ich eine Pizza in die Schlange.“ Kusama-Ausstellung knackte Besucherrekord Mit der Kusama-Ausstellung knackte das Museum Ludwig seinen bisherigen Besucherrekord. Mehr als 450.000 Begeisterte haben sich die Ausstellung seit der Öffnung am 14. März angesehen. Die alte Bestmarke, 360.000 Besucher bei der Edward-Hopper-Retrospektive, hatte seit dem Jahr 2005 Bestand. Der Rundgang durch die Kusama-Ausstellung endet auf der Dachterrasse des Museums. Dort war der Dom während der Ausstellung gleich zweimal zu sehen, in prachtvoller echter Größe und ein wenig kleiner in den Seitenwänden eines großen, begehbaren Kastens aus Spiegeln von Kusama. Samstagabend kamen plötzlich zwei – nein, vier! – Luftschiffe hinzu, die zwischen den Spitzen des Doms am Himmel auftauchten und noch einmal kollektives Handyzücken bewirkten. Eine in der Ausstellung schon geübte Handbewegung. Denn ein Teil des Erfolgs lässt sich sicherlich damit erklären, dass Kusamas bunte Gestaltung ganzer Räume, die sich auch betreten lassen, herrlich für Erinnerungsbilder erhalten. Die Luftschiffe über dem Dom flogen anlässlich der Kölner Lichter über die Stadt. Neben dem musiksynchronen Feuerwerk und der Saisoneröffnung des FC am Samstag, war es als drittes Großereignis des Tages dank der großen Beliebtheit Yayoi Kusamas Kunst also eine Museumsausstellung, die es geschafft hat, Massen in die Kölner Innenstadt zu ziehen.

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