Köln: Rund 1,5 Millionen Menschen feiern Christopher Street Day
Sie demonstrierten nach Angaben des veranstaltenden Vereins Cologne Pride »friedlich, aber laut für die Rechte und Anliegen der queeren Community«. Nach Einschätzung des Vereins war die Stadt Köln zur CSD-Demonstration »noch nie so voll wie in diesem Jahr«.
Die Demonstration stand diesmal unter dem Motto »Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!«. Begleitet wurde der Aufzug von einem mehrtägigen Straßenfest in der Kölner Innenstadt. Nach Angaben der Polizei gab es bis zum Sonntagnachmittag keine Zwischenfälle.
Landesinnenminister Reul zum ersten Mal dabei
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war nach eigenen Angaben zum ersten Mal in Köln dabei, »weil ich mir zunehmend Sorgen mache«, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. »Wir haben zunehmend Menschen, die den Anspruch erheben, zu bestimmen, wie man leben muss. Und das ist ein Irrtum«, sagte Reul. Er wolle zeigen: »Der Teil des Staates, für den ich stehe, die Polizei, der schützt alle.«
Die ehemalige Kultur-Staatsministerin Claudia Roth forderte, es müsse verteidigt werden, was mühsam aufgebaut worden sei. »Wir sind heute auch hier in Köln als die größte Demonstration für die Demokratie in unserem Land, und dieses Signal schicken wir nach Erfurt zu den Demokratiefeinden«, sagte sie mit Blick auf den dort stattfindenden Parteitag der AfD.
Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte, so wichtig wie derzeit sei der CSD noch nie gewesen, weil die Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck stünden. »Wenn Rechte abgeschafft werden und die Leute, die es betrifft, sind nicht zu sehen, dann werden wir untergehen«, sagte Lauterbach. Köln zeige, dass das zum Glück nicht der Fall sei.