DAX +0,27 % 26.391,42 Pkt 18:00:00 MDAX -0,56 % 32.224,89 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,24 % 6.551,22 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,08 % 67.022,16 Pkt 02:49:25 Gold +1,76 % 4.438,60 USD 02:54:18 Silber -0,15 % 65,01 USD 02:53:58 Brent +2,17 % 89,62 USD 02:52:47 WTI +2,14 % 83,89 USD 02:54:24 Bitcoin +0,17 % 63.656,77 USD 03:04:17 EUR/USD -0,03 % 1,15420 USD 03:03:21 EUR/GBP -0,01 % 0,85440 GBP 03:04:25 EUR/CHF +0,16 % 0,93650 CHF 03:04:26 EUR/JPY +0,06 % 183,865 JPY 03:04:25

Kolumbien: Mehr als 3000 Vermisste nach Erdbeben - „Ich habe kaum noch Hoffnung“

Welt

Audioplayer wird geladen Anzeige Nach dem Erdbeben in Kolumbien ist die Zahl der Todesopfer und Vermissten weiter gestiegen. Bürgermeister und Gouverneure aus Cali, Pereira, Chocó und Manizales meldeten am Dienstag mindestens 240 Tote und mehr als 3000 Vermisste. Die Zentralregierung hatte die Zahl der Toten am Montagabend (Ortszeit) aktualisiert und auf 111 beziffert. Lesen Sie auch Das Beben der Stärke 7,4 hatte am Montagmorgen die Region Chocó erschüttert, die als eine der ärmsten Kolumbiens gilt. Rund 1600 Gebäude wurden beschädigt oder stürzten ein. Soldaten, Rettungskräfte und Angehörige suchten in den Trümmern nach Verschütteten und bildeten Menschenketten, um Mauerteile wegzuschaffen, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten. Anzeige Jairo Vargas stand in der Nähe des eingestürzten Wohnhauses seines Bruders in Pereira und berichtete der AP, er sei 220 Kilometer von Medellín hergefahren, in der Hoffnung, ihn lebend zu finden. „Ich bin mir absolut sicher, dass er hier ist. Absolut sicher.“ Allerdings seien keine Geräusche mehr aus den Trümmern zu hören. „Ich weiß es nicht. Ich habe kaum noch Hoffnung.“ Erste Bewährungsprobe für neuen Präsidenten Für Präsident Abelardo de la Espriella, der nur wenige Tage zuvor sein Amt angetreten hat, war das Erdbeben die erste große Bewährungsprobe. Er reiste am Montagabend umgehend ins Katastrophengebiet und sagte, er habe „den gesamten Militär- und Polizeiapparat“ mobilisiert, um Hilfe zu leisten. Ingenieure, Rettungskräfte und Suchhunde seien im Einsatz. „Chocó wird nie wieder das Land der Vergessenen sein“, versprach er in der Regionalhauptstadt Quibdó. Anzeige In der 7000-Einwohner-Stadt El Cairo waren den Behörden zufolge etwa 80 Prozent der Gebäude beschädigt. Familien veröffentlichten Informationen über vermisste Angehörige auf von Bürgern betriebenen Websites. Dana Carolina Zamora etwa postete ein Bild ihres vermissten 60-jährigen Onkels Miguel Ángel Zamora, der unweit des Epizentrums des Bebens in San José del Palmar in einem traditionellen Haus aus Stöcken und Lehm lebte. Lesen Sie auch „Wir haben Angst“, sagte Zamora. Sie und ihre Angehörigen hätten die Hoffnung, dass der Onkel vielleicht einfach nicht erreichbar sei. „Wir haben nichts von ihm gehört.“ Dutzende Gebäude eingestürzt Die Stadtverwaltung von Pereira teilte mit, dort seien mindestens 58 Gebäude eingestürzt. Auch in der Fabrik von Mónica Sánchez, die mit ihrer Firma Arbeitsuniformen herstellt, stürzte eine Mauer ein. Sie und ihre zwölf Mitarbeiter seien gerade noch rechtzeitig herausgekommen. „Es war entsetzlich. Die Stadt um uns ist zusammengebrochen“, sagte sie der AP. In Cali stürzten nach Angaben von Bürgermeister Alejandro Eder mindestens 40 Gebäude ein. Beide Städte verhängten eine Ausgangssperre, um Plünderungen zu verhindern. In Pereira untersagte die Stadtverwaltung zudem den Verkehr mit Privatautos, um den Weg für Krankenwagen, Polizei und Rettungskräfte freizuhalten. „Das ist eine Tragödie für die ganze Stadt, für Tausende von Familien“, sagte Bürgermeister Mauricio Salazar. Erst vor wenigen Wochen hatten die Kolumbianer ähnliche Bilder aus dem Nachbarland Venezuela mitbekommen, wo bei zwei aufeinanderfolgenden starken Erdbeben mehr als 6300 Menschen getötet wurden und Hunderte Gebäude zerstört wurden. AP/ceb

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