Komiker aus NRW spricht offen über Krebserkrankung
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Komiker aus NRW spricht offen über Krebserkrankung: „Ich mache Dinge jetzt sofort“
Von: Marvin K. Hoffmann
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Torsten Sträter hat seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Auf der Bühne will er das Thema dennoch aussparen. Die Diagnose hat seinen Alltag trotzdem verändert.
Hannover/Dortmund – Der Dortmunder Comedian Torsten Sträter hat seine Krebserkrankung öffentlich gemacht – auf die Bühne bringen will er sie trotzdem nicht. „Ich will keine Tumorgeschichte erzählen“, sagte der 59-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Diagnose hatte ihn zu Jahresbeginn gezwungen, sämtliche Auftritte abzusagen. Im Mai kehrte er zurück, ab September geht er mit neuem Programm auf Tournee.
Dass er das Thema ausspart, hat für Sträter einen klaren Grund: „Erst mal kennt das jeder Dritte aus seinem Umfeld und erfährt dann nur, dass ich die gleichen Ängste und Schmerzen habe wie alle anderen auch. Das will ich nicht.“ Unterhalten wolle er schließlich. Und: „Aber zu dieser Mischung aus schwerer Erkrankung und Unterhaltung fehlt mir noch die Idee.“ Gerade sei die Erkrankung nicht präsent, betonte er im Interview.
Torsten Sträter auf Tour: Die Krankheit bleibt außen vor
Was die Diagnose jedoch hinterlassen hat, ist ein veränderter Blick auf den Alltag. Der Comedian aus NRW sagt offen, er brauche gar nicht viel: „Ein bisschen Stille, ein bisschen geliebte Menschen um mich herum, ein bisschen einen guten Film im Kino sehen, ein bisschen Autofahren.“ Wie gern er Auto fährt, sei ihm erst bewusst geworden, nachdem er es sechs Wochen lang nicht durfte.
Vor allem aber hat sich sein Verhältnis zur Zeit verschoben. „Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe. Und ich kann mich neuerdings aufraffen, Dinge sofort zu machen, um mich selbst mit Erinnerungen anzufüllen und Dinge geregelt zu bekommen“, so Sträter.
Torsten Sträter ist tief im Ruhrgebiet verwurzelt: Er wurde in Dortmund geboren und wuchs dort auf. In seiner Heimatstadt absolvierte er eine Ausbildung zum Herrenschneider und arbeitete später in verschiedenen Berufen, unter anderem als Handyverkäufer. Seine enge Bindung zu Dortmund zeigt sich auch in Anekdoten aus seiner Jugend, wie einem kurzen Aufenthalt in der dortigen Justizvollzugsanstalt wegen eines unbezahlten Strafzettels.
Nach Krebsdiagnose verändert Sträter seinen Blick auf Zeit
Seine künstlerische Laufbahn begann Sträter ebenfalls in Nordrhein-Westfalen als Slam-Poet in Dortmund. Heute lebt der Komiker weiterhin im Ruhrgebiet und thematisiert den bürgerlichen Alltag der Region regelmäßig in seinen Programmen. Neben seinen bundesweiten Erfolgen bleibt er seiner Heimat durch regelmäßige Auftritte in NRW-Städten wie Bochum, Essen, Düsseldorf und Köln sowie durch Präsenz in regionalen Medien treu.
Sträter zählt zu den bekanntesten Kabarettisten des Landes. 2024 wurde er mit dem Deutschen Comedypreis für sein Live-Programm ausgezeichnet. Zwei Jahre zuvor hatte er gemeinsam mit Kurt Krömer einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung erhalten – für ein TV-Gespräch über Depressionen. (maho/dpa)