Kommentar: Börse feiert Muse - Zuckerberg nutzt geschickt seine größte Macht
Anfang des Jahres leitete Open Claw eine neue Stufe der Künstlichen Intelligenz (KI) ein. Millionenfach experimentierten Firmen und Privatleute mit den neuen Möglichkeiten, KI-Agenten komplizierte Aufgaben lösen zu lassen. Doch dann passierte zunächst wenig. Der Hype um Open Claw ebbte ab. Bis jetzt.
Ausgerechnet Mark Zuckerberg hat mit seinem Meta-Konzern nun ein Produkt für den Massenmarkt vorgestellt, das Open Claw an vielen Stellen ähnelt. Analysten feiern es bereits als „Killer App“.
Der Vorstoß zeugt von Zuckerbergs taktischem Gespür. Dabei begann das Jahr für den Meta-Chef mit zwei herben Niederlagen. Erstens versuchte er vergeblich, den Erfinder von Open Claw, den Österreicher Peter Steinberger, in sein Unternehmen zu holen. Steinberger entschied sich ausgerechnet für den Konkurrenten OpenAI.
Die zweite Niederlage war der gescheiterte Kauf des Pekinger KI-Start-ups Manus. Die Firma tüftelte ebenfalls an Agentensystemen. Der zwei Milliarden Dollar schwere Zukauf wurde gerade abgewickelt, als sich die chinesische Staatsführung einschaltete. Sie setzte die Gründer in Peking fest, verhinderte deren Reise in die Meta-Zentrale in Menlo Park und untersagte die Fusion schließlich ganz.