Kommentar: Der Preis der Billigjagd - Europa geht die Elektronik aus
Fast die gesamte Elektronikproduktion befindet sich inzwischen in Übersee. Der Boom der Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz legt offen, wie gefährlich das ist.
Leiterplatten-Produktion in China: Die Fertigung ist fast vollständig aus Europa verschwunden. Foto: VCG via Getty Images
Europa gehen die Leiterplatten aus. Ohne sie fährt kein Auto, hebt kein Flugzeug ab, und selbst die Kaffeemaschine läuft nicht. Die Bauteile sind das Fundament aller Elektronik.
Ihr Fehlen zeigt, wie abhängig der gesamte Kontinent bei lebenswichtigen Gütern von Lieferanten aus Übersee ist. Die einst lebendige deutsche und europäische Leiterplattenindustrie ist vom Aussterben bedroht.
Inzwischen stammen Leiterplatten größtenteils aus Fabriken in Asien, hauptsächlich aus China. Die Hersteller dort produzieren deutlich günstiger, die Qualität stimmt. Der Grund für die zunehmenden Importe sind die Kriterien der Einkaufsabteilungen hiesiger Konzerne. Sie lauten: billig, billig und billig.
Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, wie gefährlich die Verlagerung der Produktion ist. Gehört wurden sie nicht. Weder von den Kunden, die auf Leiterplatten angewiesen sind, noch von der Politik.
Nun fehlen Leiterplatten der europäischen Industrie, weil die Asiaten lieber für die boomenden Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz (KI) produzieren. Mächtige Abnehmer wie der amerikanische Technologiekonzern Nvidia können deutlich mehr bezahlen.
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