DAX +1,49 % 25.992,47 Pkt 12:53:04 MDAX +0,87 % 32.496,04 Pkt 12:53:09 Euro Stoxx 50 +1,01 % 6.422,24 Pkt 12:53:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,94 % 63.754,90 Pkt 08:45:03 Gold -0,08 % 4.103,60 USD 12:58:06 Silber +0,60 % 58,13 USD 12:58:04 Brent -4,96 % 83,57 USD 12:58:04 WTI -6,07 % 79,53 USD 12:57:59 Bitcoin -1,47 % 62.550,41 USD 13:08:07 EUR/USD +0,04 % 1,15290 USD 13:07:57 EUR/GBP +0,01 % 0,85610 GBP 13:08:09 EUR/CHF +0,40 % 0,93240 CHF 13:08:09 EUR/JPY -2,08 % 180,742 JPY 13:08:09

Kommentar: Tim Cook, ein Meister der (Preis)politik

Technologie

Man muss es ihm lassen: Tim Cook hat die Qualitäten eines Politikers. Die setzt der Noch-Apple-CEO einerseits im Umgang mit manchem Staatsoberhaupt ein, andererseits gegenüber den „Wählern“, also uns Kunden. Weiterlesen nach der Anzeige An unliebsame Nachrichten geschickt heranführen, Deutungshoheit behalten, Schuldige benennen, Forderungen an andere stellen – das gelang Cook in der zweiten Junihälfte in bester Politikermanier. Er kündigte völlig Apple-untypisch vorab eine Preiserhöhung für Apple-Geräte an. Wobei „Preiserhöhung“ in diesem Falle wie ein Euphemismus klingt, sprechen wir lieber von Preisexplosion. „Wir haben versucht, die Kunden vor den Erhöhungen zu schützen“, so Diplomat Cook. Aber die Situation sei untragbar geworden. Da entstand bei uns fast schon Mitleid: Untragbar? Oh nein, armes Apple! Tim, bitte erhöhe die Preise möglichst schnell! Sebastian Trepesch Sebastian Trepesch arbeitet für die heise-Zeitschrift Mac & i. Neben Hard- und Software von Apple betreut er dort das Thema Fotografie, kümmert sich aktuell aber mehr um organisatorische Belange als um eigene Texte. Als klaren Schuldigen nannte Cook die anhaltende Speicherpreisinflation, verursacht durch den KI-Boom. Bekanntlich steht die ganze Branche unter Druck. Der Konzern versuchte zunächst, mit kleineren Anpassungen durchzukommen, und strich manche Rechnerversion aus dem Programm. Ein knallharter Geschäftsmann Doch das reichte offenbar nicht. Der CEO ist neben seiner Politikeridentität ein knallharter Geschäftsmann und will uns lieber noch mehr Geld aus der Tasche ziehen, als auf hohe Margen zu verzichten. Er verwies lieber auf den Sündenbock: Speicherpreise müssten wieder auf ein vernünftiges Niveau zurückkommen, forderte Cook – von wem auch immer. Weiterlesen nach der Anzeige Wer einen Rechner braucht und unsere Vorwarnung nicht gleich mitbekommen hat, muss die „untragbare Situation“ wohl lange aussitzen oder in den sauren Apfel (!) beißen: Mac mini 950 statt 600 Euro, MacBook Air 1400 statt 1200 Euro, iPad 500 statt 380 Euro. Ja, sogar der olle HomePod mini kostet jetzt 140 Euro; bei Markteinführung 2020 waren es 100 Euro. Und der einstige Preisknaller MacBook Neo wildert 100 Euro teurer nun nicht mehr so souverän im Windows-Lager. Einzig beim iPhone bleibt – zunächst – alles beim Alten. Souverän war einzig Cooks Kommunikation. Ein großer Shitstorm blieb bisher aus – wie sich die Produkte jetzt verkaufen, ist freilich eine andere Frage. Sogar an die wichtigste Politikerregel hat sich der CEO gehalten: Setze kritische Entscheidungen immer im rauschenden Fest einer Fußball-WM um. Einziger Schönheitsfehler: Bei uns fiel das rauschende Fest aus. Die Preise kamen trotzdem. Dieser Kommentar erschien zuerst als Editorial in Mac & i 4/2026 – jetzt frisch am Kiosk und im heise shop. Empfohlener redaktioneller Inhalt Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

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