Kommissar fordert Abschaffung der deutschen Grenzkontrollen
Der EU-Migrationskommissar hat seine Forderung nach einem Ende der deutschen Grenzkontrollen angesichts fallender Migrationszahlen und der neuen Asylregeln bekräftigt. Es sei jetzt an der Zeit, die innereuropäischen Grenzkontrollen schrittweise abzuschaffen, sagte Magnus Brunner der dpa und anderen Mitgliedern des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr) in Brüssel. Brunner begründete seine Forderung damit, dass die EU-Außengrenzen besser geschützt würden und die Zahlen der illegalen Grenzübertritte dramatisch zurückgegangen seien. Die EU-Behörde Frontex hatte im ersten Halbjahr etwa ein Drittel weniger irreguläre Grenzübertritte an den Außengrenzen Europas verzeichnet. Am 12. Juni war zudem die europäische Asylreform (Geas) in Kraft getreten. In Deutschland gibt es an den Landesgrenzen bereits seit September 2024 Kontrollen. Angeordnet wurden sie von der ehemaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Im Mai vergangenen Jahres hatte Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) die Grenzkontrollen weiter intensiviert und seither mehrfach verlängert. Der Innenminister rückte bisher nicht von den aktuell bis September geltenden Kontrollen ab. Im Interview verteidigte EU-Kommissar Brunner das neue digitale Verfahren zur Ein- und Ausreise (Entry-Exit-System - EES) für Menschen, die weder aus der EU noch aus Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz kommen. Der österreichische Politiker räumte zwar ein, dass es an manchen Flughäfen Probleme gebe, etwa in Griechenland oder Portugal. Aber: „Das System selbst funktioniert sehr, sehr gut.“