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Komoot-Gründer über großen Erfolg und sein Ende

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Dosen-Ravioli und Burn-out: Komoot-Gründer über den Erfolg der App und sein persönliches Ende

Von: Korbinian Sautter

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Die Idee hinter Komoot ist simpel: einen Überblick der besten Wander- oder Radwege bieten. Doch so einfach war es für Entwickler Markus Hallermann nicht. Beim Rosenheimer Stellwerk 18 berichtet er von seinem Weg zum Millionen-Erfolg und warum dieser ein unschönes Ende nahm.

Rosenheim/Nußdorf – Auf die Frage von Evi Bachmaier, Geschäftsführerin des Rosenheimer Gründernetzwerks Stellwerk 18, wer denn alles die Komoot-App auf seinem Smartphone hat, gehen mehr als die Hälfte aller Hände nach oben. Im Parkhaus P12, gegenüber dem Gründerzentrum, haben sich rund 200 Besucher beim Rosenheimer Start-up-Festival versammelt und lauschen, in einem weiten Halbkreis aufgestellt, den Erfahrungen von Markus Hallermann.

Dosen-Ravioli auf zwölf Quadratmeter

Er ist einer von sechs Gründern von Komoot. Der Freizeit-App, die sämtliche Wander- und Fahrradtouren auf dem Handy parat hat und den Sportler damit sicher durch das Gelände führen soll. Die Plattform mit mittlerweile 45 Millionen angemeldeten Nutzern war im Jahr 2010 nicht mehr als ein Traum von sechs jungen, sportbegeisterten Menschen rund um Potsdam. „Es gab eine Zeit, in der wir auf zwölf Quadratmetern saßen und uns jeden Tag von Ravioli aus der Dose ernährt haben“, beschreibt der studierte Physiker. „Keine Sau hat sich am Anfang für unser Produkt interessiert.“

Doch die Gründer glaubten an ihre Idee und machten weiter. Sie überzeugten die ersten Investoren, sowie die App-Store-Betreuer, die Komoot daraufhin sichtbarer machten. Es folgten die ersten Downloads, die in kurzer Zeit in den sechsstelligen Bereich stiegen. „Da haben wir uns gefühlt wie die Könige“, erinnert sich der 44-Jährige. Doch ein Selbstläufer war es deshalb noch lange nicht.

Was rückblickend der größte Fehler war, fragte ein interessierter Rosenheimer Gründer. „Wir haben in dieser Phase zu viel skaliert und zu wenig gemacht“, antwortet Hallermann. Hochrechnungen und Vorträge sind im Business-Bereich schön und gut. Solange das Produkt beim Kunden nicht ankommt, helfe das allerdings gar nichts. Die Rückkehr zu Dosen-Ravioli war plötzlich nicht mehr weit weg. „Erst als wir uns auf unser Kernangebot konzentriert haben, hat es wieder funktioniert“, sagt der Gründer, der mittlerweile mit seiner Familie in Nußdorf am Inn lebt.

Mit dem Fortschritt der App wuchs die Anzahl der Nutzer um teilweise 30 bis 40 Prozent. Plötzlich stieß Komoot in ungeahnte Sphären vor, Millionen von Downloads schafften 160 Arbeitsplätze. Doch erneut stießen die Gründer auf ein zunächst unsichtbares Problem: die mentale Gesundheit. „Es ging immer mehr ums Managen als um das Bauen und Vorantreiben der App“, beschreibt Hallermann. Zudem wurden die Dimensionen immer größer und die Arbeit immer mehr. „Einer der Gründer hat mit Burn-out-Syndrom aufgehört und auch ich verlor mit der Zeit an Energie“, berichtet der Entwickler.

Tech-Konzern aus Italien entlässt Komoot-Mitarbeiter

All das führte im Jahr 2025 zu einem unschönen Ende. Für einen dreistelligen Millionenbetrag übernahm der italienische Konzern Bending Spoons das 16 Jahre lang aufgebaute Unternehmen und entließ kurze Zeit später einen Großteil der Mitarbeiter. „Ich hätte das besser kommunizieren müssen”, räumt Hallermann ein. Demnach wusste der Entwickler, wie das neue Tech-Unternehmen mit „automatisierten Prozessen“ arbeitet. Er musste daher befürchten, dass viele Komoot-Angestellte nicht übernommen werden. Hallermann ist jedoch überzeugt, dass die Betreuung von Komoot mit 160 Mitarbeitern langfristig auch ohne den Verkauf nicht mehr lange funktioniert hätte. Bending Spoons hat große Online-Plattformen wie Vimeo oder WeTransfer aufgekauft und betreut diese seither laut eigener Aussage mithilfe von Künstlicher Intelligenz in „kleinen, agilen Teams“.

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