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Konferenz im Tempodrom: „Das hat für mich den Hype von ‘nem Taylor

Technologie

Sie stehen einmal um den kompletten Fußballplatz herum: Am Askanischen Platz in Berlin-Kreuzberg hat sich am Morgen eine lange Menschenschlange aus KI-Interessierten gebildet. Anlass ist die Keynote von Nvidia-Chef Jensen Huang im Tempodrom. Auf Nvidias KI-Konferenz GTC Berlin will er die wichtigsten Neuigkeiten des Unternehmens vorstellen.

Die Leute, die sich vor der Halle angestellt haben, sind aus aller Welt angereist, um an der GTC teilzunehmen. Fast alle von ihnen sind beruflich hier, so auch Vasilapostolos Ouranis vom Nvidia-Partner Haptikos. „Es wird ein paar Ankündigungen geben, die unsere Technologie involvieren. Wir kollaborieren in spezifischen Gebieten, wie wir Humanoide und Roboter trainieren. Wir sind also hier, um sie bei den neuen Veröffentlichungen zu unterstützen“, sagt der aus Amsterdam angereiste Data Scientist.

Wie alle anderen, die bei der Keynote dabei sein wollen, hat auch er eine Anmeldung. Laut Veranstalter ist diese im Tempodrom seit 8.30 Uhr möglich. Benötigt wird eine Einladung oder der Kauf des Konferenzpasses für 1785 Euro. Ab etwa 10.05 Uhr ist im Außenbereich eine Durchsage zu hören, dass das Tempodrom voll sei.

Viele Menschen bleiben trotzdem in der Schlange und hoffen, doch noch hineinzukommen. So auch Ouranis: „Manchmal muss man geduldig sein, auch wenn du weißt, dass du aller Wahrscheinlichkeit nach nicht reinkommst.“ Wer keinen Platz bekommt, kann die Keynote kostenlos im Livestream verfolgen.

So richtig enttäuscht über das Nicht-Reinkommen wirkt niemand. Schließlich ist Huangs Keynote für die meisten nur ein netter Extrapunkt. Der Hauptfokus liegt auf dem Networking. So auch Alexander Bespalov von der KI-Firma Allsides. Er und seine Kolleg:innen „wollen Kontakte knüpfen, wir wollen sehen, wie sich das Feld bewegt“ und gleichzeitig „Präsenz zeigen.“

Sein Kollege Burkhard Guessefeld ergänzt: „Alle Leute, mit denen man sich unterhalten muss, kommen tatsächlich zur GTC.“ Für viele geht es also darum, Kontakte zu knüpfen und neue Kunden zu akquirieren – oder alte zurückzugewinnen, wie ein aus den USA angereister Teilnehmer erzählt.

Die KI-Konferenz GTC Berlin des Chipherstellers Nvidia läuft vom 20. bis 22. Oktober. Das Event selbst findet am Veranstaltungsort Station in Berlin-Kreuzberg statt, nur die Keynote wird im Tempodrom abgehalten. Es ist das erste Mal, dass die GTC in Europa stattfindet.

Vor der Station sammeln sich während der Keynote zahlreiche Menschen, die es nicht in das Tempodrom geschafft haben, und hoffen, hier einen Platz für den gemeinsamen Livestream zu ergattern.

Auch die Studenten Jakob Liebig und Timur Hegwein von der TU München sind hier. Dort sind sie in einem KI-Club und wurden von Nvidia auf das Event eingeladen. Neben dem persönlichen Interesse geht es für sie auch darum, „für den Club noch mehr Leute“ kennenzulernen.

Die beiden Studenten waren schon auf vielen Konferenzen, doch diese ist für sie besonders, auch weil Jensen Huang persönlich vor Ort ist. Liebig sagt: „Es zeigt, wie wichtig das Event ist. Und auch für Deutschland als Standort ist es super spannend.“ Zum Bedauern der beiden bekommen sie aber, wie schon zuvor im Tempodrom, auch in der Station keinen Platz. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Keynote auf ihrem Smartphone zu verfolgen.

Auch wenn sich einige ärgern, dass sie die Keynote verpassen, nehmen es viele Besucher:innen mit Humor. So zum Beispiel mehrere Mitarbeitende eines Filmeffekt-Unternehmens. Ihnen geht es bei der Konferenz mehr um die Inhalte und weniger um Jensen Huang, auch wenn es „natürlich witzig“ gewesen wäre, ihn „mit seiner Lederjacke“ zu sehen. Vom „Personenkult“ um den Nvidia-Chef halten sie allerdings nichts. Zur Schlange vor dem Tempodrom sagt jemand lachend: „Das hat für mich den Hype von ‘nem Taylor-Swift-Konzert.“

Neue Laptops und Investitionen

Nvidia ist mit einem Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Wie bereits berichtet, war Huang schon am vergangenen Freitag in Berlin, als Nvidia den Verkauf seiner ersten Windows-Laptops mit dem neuen Chip RTX Spark startete.

Am Montagabend kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Nvidia-Chef Huang beim Investitionsgipfel der Bundesregierung eine engere Zusammenarbeit bei industrieller KI an. Merz sprach dort von Investitionen in Milliardenhöhe. Nach seinen Angaben haben die Investoren des Gipfels rund 230 Milliarden Euro an Investitionen in Deutschland zugesagt.

Als Beispiel nannte er Amazon, das rund 16 Milliarden Euro investieren will. Weitere genannte Unternehmen sind Nvidia, die Schwarz-Gruppe, RWE, Blackstone, Microsoft und Sanofi. Huang bezeichnete Deutschland als größten europäischen Standort des Konzerns.

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