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König Pilsener wagt es: Nach neun Jahren gibt es große Änderungen

Wirtschaft

„Nach dem Reinheitsgebot von 1516“ – dieser Satz stand jahrzehntelang auf jeder König-Pilsener-Flasche. Jetzt verschwindet er. Für Liebhaber des KöPis ist das aber kein Grund zur Sorge: Am Bier und der Brauweise ändert sich nichts – dafür bekommen Etiketten, Dosen und Six-Packs bei der Duisburger Traditionsbrauerei ein ganz neues Gesicht. Es ist ein komplett neuer Markenauftritt und die erste große Veränderung seit neun Jahren, erklärt ein Sprecher der Brauerei an der Friedrich-Ebert-Straße in Beeck. Damals wurde der Anker zurück auf das Etikett geholt. Jetzt gibt es optische Anpassungen, die weitaus auffälliger sind. König Pilsener setzt bei den neuen Etiketten stärker auf Farbe Wirkte das alte Etikett mit dem hohen Weißanteil doch klassisch-zurückhaltend, dominiert jetzt Rot – bis hin zum Kronkorken, der beim Pils ebenfalls in dieser Farbe leuchtet. „Rot ist unsere Markenfarbe, die viele Konsumenten mit König Pilsener verbinden. Deshalb setzen wir sie noch konsequenter ein“, erklärt Kathleen Hartmann, die bei König Pilsener die Markenführung leitet. [Wir schicken Ihnen jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps. Hier können Sie den Duisburg-Newsletter bestellen.] Verändert hat sich aber nicht nur die Farbe. Der bekannte Slogan „Heute ein König“ wandert ins Logo und prominent auf das Etikett. Der lateinische Ausspruch „Purum laudatur“ (übersetzt: „Das Reine wird gelobt“) rund um die Krone verschwindet dafür. Auch Hinweise auf König-Hefe und deutschen Hopfen am unteren Rand des Etiketts fallen weg. Statt des Hinweises auf das Reinheitsgebot findet sich künftig der Aufdruck „Seit 1858“ – das Gründungsjahr der Brauerei, die seit 2007 zur Bitburger Braugruppe gehört. Auch die anderen Flaschen bekommen Änderungen: Bei der alkoholfreien Variante dominiert weiterhin Blau, das Radler leuchtet gelb. Die Farben und Designs sollen für mehr Aufmerksamkeit im Supermarktregal sorgen. Auch interessant Neuer Markenauftritt: Erste Flaschen kommen zeitnah in den Handel Rund zehn Monate hat der gesamte Prozess gedauert – von der neuen Markenpositionierung über die Kampagne bis zum fertigen Design, wie ein Sprecher der Brauerei erklärt. Die erste Abfüllung mit neuem Etikett lief bereits Anfang Juli. „Wann die Ware im Handel zu kaufen sein wird, können wir nicht exakt sagen. Wir gehen davon aus, dass das in den nächsten Tagen in den ersten Märkten der Fall sein wird und dann in den kommenden Wochen nach und nach immer mehr Händler Ware mit neuem Etikett anbieten“, erklärt ein Sprecher der Brauerei. Die Umstellung beginnt mit dem klassischen König Pilsener, die weiteren Sorten folgen. Mit der neuen Optik startet die König-Brauerei auch eine neue Werbekampagne. Zwei Spots zeigen dabei Alltagsgeschichten, die für die neue Werbebotschaft stehen sollen: Freunde helfen beim Umzug, ein Unbekannter setzt sich in einer Kneipe ans Klavier. Statt großer Gesten gibt es ein Bier als Dank. „König Pilsener stellt künftig nicht mehr das ‚Ich‘ in den Mittelpunkt, sondern die Wertschätzung anderer“, erklärt Hartmann. „Es geht um die Anerkennung von Menschen, die unterstützen, zur Hand gehen oder einfach da sind, wenn man sie braucht.“ Auch interessant Bierabsatz in Deutschland sinkt – Brauereien setzen auf neue Produkte Mit der neuen Ausrichtung möchte die König-Brauerei jüngere Zielgruppen ansprechen, ohne bisherige Kunden zu verlieren. Damit steht sie nicht allein: Viele deutsche Brauereien suchen derzeit nach Wegen, um sinkende Absätze zu kompensieren. Der Bierabsatz in Deutschland sank 2025 laut Statistischem Bundesamt um sechs Prozent, erstmals wurden weniger als acht Milliarden Liter getrunken. Auch König Pilsener bestätigte für das vergangene Jahr Umsatz- und Absatzrückgänge, die gesamte Bitburger Braugruppe verbuchte ein Umsatzminus von 5,7 Prozent. Auch interessant Eine Antwort auf den schrumpfenden Markt ist für viele Brauereien der Ausbau alkoholfreier Angebote und Biermischgetränke. Diese Sparten boomen: 2025 überschritt ihr Anteil am Bierumsatz laut Deutschem Brauer-Bund erstmals die Zehn-Prozent-Marke. Auch die Beecker haben ihr Portfolio in diese Richtung deutlich erweitert – gleich mit drei Produkten. Im Frühjahr 2025 brachte die König-Brauerei ein klassisches Radler auf den Markt, im März dieses Jahres folgte eine alkoholfreie Radler-Variante. Im Mai kam mit der „Kumpel-Mische“ in Kooperation mit der Duisburger Traditionsmarke Sinalco ein weiteres Biermischgetränk hinzu. Eine optische Anpassung haben in den vergangenen Jahren auch andere Biermarken vorgenommen: Krombacher überarbeitete 2025 seinen kompletten Markenauftritt. Auch das Flensburger Pilsener hat vor drei Jahren eine neue Optik bekommen.

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