Könnte es Astronauten vor Strahlung schützen?
Ein dunkles Loch in der Mondoberfläche, an seinen Wänden Schichten aus Mondstaub und alten Lavaströmen. Am 30. September hat die Nasa ein Projekt ausgewählt, das die Marius-Hills-Grube untersuchen soll. Gäbe es dort einen Hohlraum, wäre er nach Ansicht der Nasa ein fertiger Schutzraum für Astronauten.
GIMLI ist eines von drei neuen Mond-Projekten der Nasa
Der Name: GIMLI. Er steht für „Geophysical Instruments for Marius Lunar pit Investigation“, übersetzt etwa: geophysikalische Instrumente zur Untersuchung der Marius-Grube auf dem Mond.
Das Projekt gehört zum Programm PRISM, das Teil des Mondbasis-Programms der Nasa ist. Insgesamt hat die Behörde drei neue Projekte für die Mondoberfläche ausgewählt. Geleitet wird GIMLI vom Planetary Science Institute (PSI), Projektleiter ist Nathaniel „Than“ Putzig, sein Stellvertreter Gareth Morgan.
Auf den Mond kommen nach Angaben des PSI ein Bodenradar und Kameras für die Oberfläche und die Grubenwände. Dazu kommen Seismik-Sensoren, die Erschütterungen im Boden aufzeichnen. Ein Gravimeter, also ein Schweremessgerät, ergänzt die Messungen.
Zum Mond bringen die Geräte Landefähren und Mondfahrzeuge privater Firmen. Das läuft über die Nasa-Initiative CLPS. Findet das Team einen Hohlraum, soll es auch seine Größe bestimmen.
Laut Nasa böte eine solche Höhle ausreichenden Schutz vor extremen Temperaturen, vor Strahlung und vor Mikrometeoriten. Noch ist das eine Annahme der Behörde. Nicky Fox, Leiterin des Wissenschaftsdirektorats, schreibt in der Nasa-Mitteilung, übersetzt aus dem Englischen: „der ultimative interplanetare Überlebensratgeber“.
Auf der Erde sind solche Röhren nichts Besonderes. „Lavaröhren sind auf der Erde ein häufiges Merkmal von Basalt-Vulkanismus“, sagt Gareth Morgan laut PSI.
Und wenn unter der Grube gar keine Höhle ist? Auch dann liefert GIMLI Daten, nämlich dazu, wie die Grube entstanden ist und wie die Vulkangeschichte der Region aussieht.
2009 tauchte das Loch auf Bildern einer japanischen Sonde auf
Entdeckt wurde die Grube 2009 auf Bildern der japanischen Mondsonde Kaguya. Nach Messungen des Mondkamera-Teams der Arizona State University ist sie rund 50 bis 65 Meter breit und 34 bis 40 Meter tief.
Das Loch liegt mitten in einer gewundenen Rinne. Das Team hält es für das wahrscheinlich eingestürzte Dach einer Lavaröhre. Am Südrand liegen kleine Felsbrocken, am Nordwestrand liegt ein kleiner Krater.