Konrad Beikircher: Kabarettist Konrad Beikircher gestorben
Konrad Beikircher ist tot. Der Kabarettist starb im Alter von 80 Jahren, wie seine Agentur und seine Ehefrau bestätigten. Bevor er bekannt wurde, arbeitete Beikircher 15 Jahre lang als Gefängnispsychologe. Seit 1986 war Beikircher als freiberuflicher Musiker, Buchautor und Kabarettist tätig. Zwischen 1991 und 2011 entstanden elf Bühnenprogramme. Zudem arbeitete er als Moderator und war Autor mehrerer Konzert- und Opernführer. Bekannt machte ihn die Vorliebe für Details, die er kenntnisreich zu unterhaltsamen Panoramen verknüpfte. Obwohl er in Südtirol geboren wurde, arbeitete er oft mit der kölschen Redens- und Lebensart: ein Markenzeichen des Künstlers, der 60 Jahre im Rheinland lebte. In Nordrhein-Westfalen galt er als einer der populärsten Kabarettisten. »Er hat die Menschen geliebt« »Er hat die Menschen geliebt, das war authentisch. Und die Menschen haben ihn geliebt«, sagte seine Ehefrau Anne Beikircher. Zuletzt habe er mit vielen gesundheitlichen Einschränkungen zu tun gehabt. »Er hat in unfassbarer Weise seinen Humor behalten.« NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Beikircher. »Nordrhein-Westfalen trauert um einen der bekanntesten Kabarettisten Deutschlands«, teilte er mit. »Konrad Beikircher hat das Rheinland in jungen Jahren zu seiner Heimat gemacht und lebenslang in sein Herz geschlossen. Er hat die rheinische Lebensart mit ihren vielfältigen Dialekten gelebt und geliebt – und dem rheinischen Humor bundesweit Sympathie beschert.« Sein letztes Programm hieß Arrivederci. Damit wollte er laut Ankündigung »einmal noch in die Runde gucken, was es denn alles gegeben hat«. Er empfinde durchaus Wehmut, könne aber gerade auf das Zugfahren zu Auftritten gern verzichten, sagte Beikircher in einem seiner letzten Interviews zu seinem 80. Geburtstag. Und irgendwann, »Herrgott noch mal«, müsse »ja mal Schluss sein«.