Konstantin Wecker: Fans kritisieren Liedermacher nach Facebook-Posting
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen München (Bayern) – Liedermacher Konstantin Wecker (79) hat sich auf seiner Facebook-Seite erstmals zu einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ geäußert. Im Mai hatten drei Frauen darin ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Sänger ausgepackt. Sie berichteten detailliert, wie er sie als Minderjährige zu sexuellen Handlungen gedrängt haben soll. Es geht um Vorfälle in den Jahren 2014, 2005 und 1990. Bereits 2025 hatte die SZ über eine andere Frau berichtet, die ähnliche Erfahrungen schilderte. Konstantin Wecker ging anwaltlich gegen den SZ-Artikel vom Mai vor und berichtet nun in einem Facebook-Posting, dass ihm das Landgericht Berlin recht gegeben habe. Das Gericht bescheinigte dem Sänger, dass kein überwiegendes öffentliches Interesse bestehe, über Fälle zu berichten, die zum Teil fast 40 Jahre zurückliegen. Zudem sei Wecker ein kranker Mann, dessen Intimsphäre verletzt worden sei. Die SZ hat angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Konstantin Wecker begebe sich in „Opferrolle“ In seinem Facebook-Posting geht Konstantin Wecker darauf ein: „Tatsächlich bin ich krank. Auch bei diesen Zeilen haben mich liebe Menschen unterstützt. Und wenn ich auf die unzähligen Briefe und E-Mails, in denen Ihr mir Mut zugesprochen habt, nicht geantwortet habe, so habe ich sie dennoch gelesen oder vorgelesen bekommen. Ich danke Euch von ganzem Herzen, dass Ihr in dieser schwierigen Zeit zu mir steht.“ Doch viele Fans zeigen sich irritiert von seinen Worten. Eine Frau schreibt: „Mich erschüttert, dass Sie sich den Vorwürfen der Frauen, die sich zum Teil erst nach vielen Jahren getraut haben, zu sprechen, nicht wirklich stellen.“ Man habe dagegen den Eindruck, dass sich Wecker in eine Opferrolle begebe. In seinem aktuellen Facebook-Posting verliert Konstantin Wecker kein Wort über die Frauen selbst. Im November 2025, nachdem der erste Vorfall publik geworden war, räumte Wecker über seinen Anwalt den Kontakt ein. Es habe sich laut ihm um „eine einvernehmliche Beziehung zu der jungen Frau“ gehandelt, „die allerdings unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten“ darstelle. Wecker habe damals „sehr viel und über längere Phasen Alkohol konsumiert“, sei nicht „Herr seiner Sinne gewesen“. Wecker: „Dieser miese Typ – das bin ich nicht“ Konstantin Wecker sagt jetzt: „Dass meine Lieder oftmals klüger waren als ich selbst, habe ich oft genug auf der Bühne gesagt. Zu meinen Fehlern, meiner Kunst des Scheiterns, meinen Widersprüchen habe ich immer offen gestanden. Aber dieser miese Typ (...) – das bin ich nicht. Ich bin und bleibe unerschüttert in meinem Glauben an das Gute im Menschen, an den Frieden und die ewige Kraft der Liebe.“ Viele Fans nehmen ihm diese Worte nicht ab. Einer schreibt unter Weckers Facebook-Post: „Deine Erklärung ist fadenscheinig und billig.“ Weckers Verhalten sei typisch für bestimmte Männer seiner Zeit gewesen. „Und es ist und bleibt ekelhaft.“ Eine Frau ärgert sich darüber, dass viele Fans in den Kommentaren „den Künstler als Idol in den Himmel loben und das eigentliche Thema negieren“. Eine Frau bringt die Charakterisierung von Wecker wie folgt auf den Punkt: „Menschlich leider daneben, als Musiker danke ich Dir für Deine Kunst.“