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Kontagiöse Krebsform breitet sich im See aus - Hinweise auf „Tumor-Infektion“

Gesundheit

VERMONT UND QUEBEC / LONDON (IT BOLTWISE) – In einem See an der Grenze zwischen Vermont und Quebec sind bei Braun-Goldaugenwelsen erstmals „melanomaartige“ Hauttumoren in unerwartetem Ausmaß aufgetreten. Genetische Analysen zeigen, dass die Tumorzellen nicht aus dem Erbgut der betroffenen Fische stammen, sondern miteinander verwandt sind. Forschende gehen deshalb von einer ansteckenden Krebsform aus, die durch freigesetzte Krebszellen im Wasser zwischen Tieren übergeht. Damit rückt ein Phänomen in den Fokus, das bislang vor allem bei anderen Wirten beobachtet wurde. 🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren Was wie ein seltener Befund im Netz eines Anglers beginnt, kann sich am Ende als neue biologische Wirkweise entpuppen: In Lake Memphremagog, der zwischen Vermont und Québec liegt, wurden bei Braun-Goldaugenwelsen (Brown bullhead catfish) ab dem Jahr 2012 auffällige, samtig-schwarze Hautveränderungen gesichtet. Wildlife-Biologen kamen zu dem Schluss, dass es sich um Hautkrebs handelt. Besonders bemerkenswert ist dabei nicht nur die Tatsache, dass es bei dieser Fischart als eher ungewöhnlich gilt, sondern vor allem der Umfang: Über ein Drittel der betroffenen Tiere trugen Tumoren. Die Ausgangsfrage der Forschenden war zunächst banal im besten Sinne: Wie kommen solche Melanome zustande, wenn die Fische an Bodenmudde leben und überwiegend nachts aktiv sind? Ultraviolettes Licht gilt zwar als typischer Auslöser von Melanomen, doch ein klares Strahlungs-„Overdrive“-Szenario passt nicht recht zum Lebensstil der Tiere. Deshalb prüften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrere naheliegende Kandidaten – von Schadstoffeinträgen aus einer nahegelegenen Deponie bis hin zu mikrobiellen Infektionen, die vereinzelt Krebs begünstigen können. Die Schadstoffwerte im Umfeld der Fische erwiesen sich jedoch als niedrig; zudem gab es keine Hinweise auf krebsverursachende Viren oder Bakterien. Der entscheidende Wendepunkt kam dann über die Genetik. Das Team analysierte sowohl die DNA der Fische als auch die mutierten Abschnitte in den Tumoren. Erwartbar wäre gewesen, dass einzelne Tumorzellen genetisch jeweils am stärksten zum jeweiligen Wirt passen – schließlich entsteht Krebs typischerweise durch Mutationen innerhalb der eigenen Zellen. Stattdessen zeigte sich ein umgekehrtes Bild: Die Krebszellen aus verschiedenen Fischen waren eng miteinander verwandt, aber nicht näher verwandt mit den Wirten, auf deren Körper die Tumoren wuchsen. Damit verlor das „klassische“ Modell, Krebs entstehe vor allem aus zufälligen oder umweltgetriebenen Veränderungen im eigenen Erbgut, an Plausibilität. Die Forschenden ziehen deshalb die beunruhigende Alternative in Betracht, dass eine einzelne Ausgangszelle entstanden ist und ihre Nachkommen über Wasser freigesetzte Krebszellen an neue Fische weiterreichen. Aus dieser Logik ergibt sich auch das epidemiologische Muster: Der Ausbruch soll mit einem einzigen Fisch begonnen haben, der einen Tumor entwickelte. Beim Wachstum und beim Zerfall des Tumorgewebes könnten Krebszellen in die Umgebung gelangt sein; anschließend könnten sie andere Tiere infizieren und dort neue Tumoren anstoßen. Die Datenlage zu „transmissiblen Krebsformen“ ist bislang dünn, aber nicht leer: Entsprechende Befunde wurden bei Hunden (C.T.V.T., ein übertragbarer Tumor, der vor allem während der Paarung übergehen kann), beim Tasmanischen Teufel (Devil Facial Tumor Disease, begünstigt durch die häufigen Biss- und Kämpfe) sowie in bestimmten Muschel- und Schalentierpopulationen beschrieben. Neu ist an der aktuellen Beobachtung vor allem der Wirtsraum: Es scheint sich um den ersten Nachweis einer Übertragung von Krebszellen in frischem Wasser zu handeln. In anderen Fällen überleben Zellen im Allgemeinen besser in salzhaltigen Medien; daher wirkt die Entdeckung im See wie eine kleine Regelbrechung, die bestehende Annahmen zur Umweltstabilität von Tumorzellen herausfordert. Auch die Ökologie der Braun-Goldaugenwelse liefert eine mechanische Erklärung, warum gerade hier eine Weitergabe möglich sein könnte. Während der Laichzeit drängen sich die Tiere in flacherem Wasser, um sich zu paaren; dabei kommt es zu Verletzungen durch Bisse oder Kratzen. Genau solche Wunden könnten den Zugang für im Wasser treibende Krebszellen erleichtern. Dass die Forschenden zudem vermuten, sämtliche Tumoren im See ließen sich auf eine gemeinsame, „ahnenhafte“ Ausgangszelle zurückführen, stützt das Bild einer einzigen Initialinfektion und anschließender Ausbreitung. Für Vergleichbarkeit sorgt daneben die Beobachtung, dass es Hinweise auf ähnliche Muster auch in anderen Teilen der Region geben könnte – unter anderem aus historischen Aufzeichnungen eines Naturforschers aus dem 19. Jahrhundert, in denen mit „schwarzen Flecken“ bedeckte Fische beschrieben werden. Für die Praxis folgt daraus vor allem: Daten sammeln, statt nur zu spekulieren. Die Forschenden suchen gezielt nach weiteren Fällen in anderen Gebieten und bitten Angler sowie Biologen, Fische mit schwarzen, erhabenen Tumoren zu melden. Konkret wird der Weg über Bilddokumentation und Kontextdaten vorgeschlagen: Fotos des kompletten Tieres und der Wucherungen, plus die Information, wo der Fang erfolgte. Wenn möglich, sollen ganze Tiere eingefroren werden, damit eine spätere Untersuchung möglich bleibt. Gleichzeitig gibt ein weiterer Autor der Studie eine pragmatische Handlungsanweisung: Es gebe keine belastbaren Hinweise, dass die Fische für den Verzehr unsicher seien; dennoch rät er zu vorsichtigerem Verhalten, bis die Analysen mehr Klarheit schaffen. Am Ende berührt die Entdeckung aber nicht nur die Fischerei, sondern auch die Grundlagenfrage, wie „Krebs“ biologisch funktioniert. Über lange Zeit galt die Idee, Krebs könne „ansteckend“ sein, als zu abwegig, besonders nachdem moderne Forschung gezeigt hatte, dass die meisten Krebsarten durch Mutationen in der eigenen DNA entstehen. Trotzdem existieren Beispiele, die zeigen, dass Übertragbarkeit bei bestimmten Tumorarten real sein kann – und dass solche Fälle möglicherweise auch konzeptionell für den Blick auf Evolution und Entstehung von Krankheiten relevant sind. Für Gesundheitsforscherinnen und -forscher bleibt der Fokus derzeit klar auf dem Tierreich: Es gibt bislang wenig Forschung, die eine Zirkulation transmissibler Krebsformen beim Menschen belegt. Dennoch argumentiert ein Experte, dass dieser Fund die Möglichkeit stärkt, dass solche Mechanismen nicht an einen einzelnen Ort gebunden sind und prinzipiell auch irgendwo anders auftauchen könnten. 💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen! 🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte! 🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!

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