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Kontrolle des Reiseverkehrs bei Stralsund: Zahlreiche Blitzerfotos als Beifang

Nation

Stand: 06.07.2026 20:24 Uhr

Eigentlich wollte die Polizei am Montag an der Bundesstraße 96 nahe Stralsund nur den Reiseverkehr in den Fokus nehmen und Wohnmobile und Co. auf ihr Gesamtgewicht prüfen.

von Kai Lachmann

Die Kontrolle beginnt, noch bevor Autofahrer es ahnen. Auf einer Brücke über der Bundesstraße 96 zwischen Stralsund und der Autobahn 20 im Landkreis Vorpommern-Rügen stehen zwei Polizisten und blicken prüfend auf den Verkehr. Sie sehen, wer mit einem Handy am Ohr hinterm Steuer sitzt, und informieren ihre Kollegen. Die stehen einen Kilometer weiter am Parkplatz Rügenblick und winken dann das Fahrzeug heraus.

Neben den abgelenkten Fahrern stehen an diesem verregneten Vormittag vor allem Reisemobile im Fokus der groß angelegten Polizeikontrolle - Wohnmobile, Wohnwagen, Camperbusse. "Wir prüfen, ob diese Fahrzeuge ihr zulässiges Gewicht einhalten", sagt Jennifer Sänger, Sprecherin der Polizeiinspektion Stralsund.

Fahrer weiß: Bei ihm ist nichts zu holen

Dafür hat die Polizei eine sogenannte Radlastwaage ausgelegt. Zwei dünne Matten, über die ein Fahrzeug vorsichtig rollen muss. In der Mitte ist die Digitalanzeige. 1.560 Kilogramm zeigt sie, als eine Achse eines Wohnmobils gewogen wird. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs liegt weit unter den zulässigen 3,5 Tonnen. Der Fahrer lächelt. Er war sich sicher: Bei ihm würde alles in Ordnung sein. Die Polizei bietet ihm noch einen Kaffee an. Doch er winkt ab und fährt weiter.

Die Stimmung ist entspannt. "Man merkt den Leuten an, dass sie gerade in den Urlaub fahren oder aus dem Urlaub kommen", findet Tom Aschmutat vom Autobahnpolizeirevier in Grimmen. Er habe es auch nicht anders erwartet, schließlich sei es bei früheren Kontrollen des Urlauberverkehrs ebenso abgelaufen.

Wohnmobil wiegt eine halbe Tonne zu viel

Ein Wohnmobil aus Tschechien hat 500 Kilogramm zu viel an Bord. Die Polizei trägt dem Fahrer auf, sein Abwasser bei der nächsten Gelegenheit an einer dafür vorgesehenen Stelle, etwa auf einem Campingplatz, abzulassen. Zudem muss der Urlauber 30 Euro Bußgeld zahlen. Je höher die Überladung, desto höher auch die Strafe. Bei 25 Prozent zu viel werden 140 Euro fällig. Und einen Punkt in Flensburg gibt es zusätzlich.

Was genau macht eine Überladung so gefährlich? Autobahnverkehrspolizist Aschmutat erklärt: "Die Belastung für die Reifen nimmt zu. Die Bremswege werden länger. Das Fahrzeug kann leichter ausschwenken. Deshalb sollte man sich immer an die Angaben des Fahrzeugherstellers halten. Ansonsten ist die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben."

Vier Stunden Kontrolle, zwei Verstöße

Vier Stunden lang kontrolliert die Polizei am sogenannten Rügenzubringer ein Fahrzeug nach dem anderen. Die Bilanz: "Wir haben zwei Verstöße wegen Überladung im Bereich von 10 bis 15 Prozent festgestellt", so Aschmutat. Ein magerer Erfolg? Er ordnet ein: "Es ist für uns immer das Beste, wenn wir so wenig wie möglich feststellen. Weil wir uns dann keine Sorgen machen müssen, wie sich die Leute im Straßenverkehr verhalten, und dementsprechend alles in Ordnung zu sein scheint." Zudem ahndet die Polizei drei Handyverstöße. Ein Fahrer hat keinen Sicherheitsgurt angelegt und einer seine Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert.

Die größte Überraschung des Tages ist jedoch der Beifang: Um Fahrzeuge herauswinken zu können, ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße herabgesetzt - auch noch kurz hinter der Abfahrt zum Parkplatz. Und dort hat die Polizei einen Blitzer aufgestellt. Der löste gleich 350-mal aus.

In diesem Monat soll es noch weitere Kontrollen des Reiseverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern geben.

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