Konzertabbruch in Frankfurt: Boy George wirft Technikern Sabotage vor
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Frankfurt – Pop-Ikone Boy George hat seinen Auftritt beim Festival „Die 80er Live“ in Frankfurt am Samstagabend nach weniger als 15 Minuten abgebrochen. Bereits beim Eröffnungssong kämpfte der Musiker mit erheblichen Tonproblemen bei seinen In-Ear-Monitoren und verließ die Bühne schließlich unter Buhrufen der 28.000 enttäuschten Fans im Waldstadion. In einem mittlerweile gelöschten X-Post warf er den Tontechnikern vor, seinen Auftritt absichtlich sabotiert zu haben. Der Musiker hatte die Zuschauer noch mit den Worten „Danke, dass ihr mich nicht gecancelt habt“ begrüßt und mit einer Medley-Version von Culture Clubs „Church of the Poison Mind“ und dem Wham-Hit „I'm Your Man“ begonnen. Wie die Jüdische Allgemeine schreibt, zeigte der Sänger schon früh Gesten in Richtung der Tontechniker. Beim zweiten Song „It's A Miracle“ sollen die Mikrofone seiner Backgroundsänger ausgeschaltet worden sein. Nach einem Versuch, „Time (Clock of the Heart)“ akustisch zu performen, verließ Boy George die Bühne. „Ich erkenne den Gestank von Sabotage“ Boy George selbst schilderte die Ereignisse in dem inzwischen entfernten X-Post so: „Die großen Jungs an den Monitoren auf der Bühne haben beschlossen, meinen Auftritt zu sabotieren. Die In-Ear-Monitore waren so laut, dass ich meine eigene Stimme kaum hören konnte. Als ich darum bat, sie leiser zu stellen, wurden sie noch lauter gedreht.“ Der Musiker fügte hinzu: „Ich gebe schon sehr lange Konzerte und ich erkenne den Gestank von Sabotage.“ Er kündigte an, in London zum Ohrenarzt gehen zu müssen, weil seine Ohren in Mitleidenschaft gezogen worden seien, und schrieb: „Was für ein trauriger Abend. Danke für die Buhrufe!“ Warum der Post gelöscht wurde und ob tatsächlich Sabotage vorlag, ist noch unklar. Kontroverse um Israel-Lied Der Auftritt fand vor dem Hintergrund einer Kontroverse um Boy Georges Pro-Israel-Song „We Will Dance Again“ statt. Laut der Jüdischen Allgemeinen weigerten sich sowohl die Plattform Bandcamp als auch der Manager seines Labels, das Lied zu veröffentlichen. Der Song drückt Solidarität mit den Überlebenden des Hamas-Terrorangriffs auf das Supernova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 aus. Der Sänger bekundet damit auch deutlich seine Solidarität mit Israel. Kurz vor seinem Auftritt hatte er auf X geschrieben: „‚Solange Israel auf dieser Erde existiert, wird es keinen Frieden geben.’ Wenn dieser Satz für Euch mehrdeutig ist, verpisst Euch von meiner Timeline. Vertraut mir: Ich habe im Moment die besten Anwälte. Es sind Juden.“ Veranstalter Krampe weist Vorwürfe zurück Der Veranstalter von „Die 80er Live“, Markus Krampe (54), weist die Sabotage-Vorwürfe entschieden zurück. „Weder die Techniker noch sein Tourmanager, die alle den gleichen Sound auf den Ohren hatten, haben einen Fehler festgestellt“, sagt er BILD. „Boy George hätte auch einfach seine In-Ears rausnehmen und ohne singen können. Es standen ja Monitorboxen auf der Bühne.“ Dass George den Auftritt zu Beginn des dritten von vier geplanten Songs abgebrochen habe, könne er daher nicht nachvollziehen. Krampe: „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und wollen die Gage zurück.“