DAX +1,57 % 25.577,47 Pkt 15:51:14 MDAX +1,69 % 30.380,36 Pkt 15:51:15 Euro Stoxx 50 +0,68 % 6.157,58 Pkt 15:51:00 Dow Jones +0,28 % 52.359,00 Pkt 16:06:14 S&P 500 +1,20 % 7.715,45 Pkt 16:06:15 Nasdaq +1,80 % 26.423,37 Pkt 16:06:14 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,68 % 4.065,90 USD 15:56:11 Silber +0,64 % 54,46 USD 15:56:05 Brent -5,66 % 109,26 USD 15:55:48 WTI -1,55 % 100,18 USD 15:56:15 Bitcoin +0,32 % 80.263,49 USD 16:06:06 EUR/USD -0,62 % 1,11480 USD 16:05:45 EUR/GBP -0,21 % 0,83670 GBP 16:06:14 EUR/CHF -0,10 % 0,92320 CHF 16:06:14 EUR/JPY -0,05 % 175,823 JPY 16:06:14

Korallen-Katastrophe!: 96 Prozent der Riffe vom Aussterben bedroht

Wissenschaft

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Sie gehören zu den buntesten und artenreichsten Orten unseres Planeten. Doch aus den Unterwasser-Paradiesen könnten schon bald traurige Todeszonen werden: 96 Prozent der untersuchten Flachwasser-Korallenriffe weltweit sind vom Aussterben bedroht.

Das ist das erschreckende Ergebnis der ersten systematischen weltweiten Untersuchung durch die Weltnaturschutzunion IUCN. Untersucht wurden Korallenriff-Ökosysteme in 127 tropischen und subtropischen Regionen. Nur für vier davon reichten die Daten für eine Bewertung nicht aus.

Betroffen sind ausgerechnet einige der berühmtesten Naturwunder der Erde : das Great Barrier Reef vor Australien, das Korallendreieck im westlichen Pazifik und Südostasien, das Mesoamerikanische Riff sowie die Korallenriffe im Roten Meer .

Die IUCN setzt die Riffe deshalb auf ihre Rote Liste der Ökosysteme. Auf ihr bewertet die Organisation nicht einzelne Tier- oder Pflanzenarten, sondern das Risiko, dass ganze Lebensräume zusammenbrechen.

Die größte Gefahr: zu warmes Wasser

Der Hauptfeind der Korallen ist der Hitzestress durch die Erwärmung der Meere. Korallen reagieren äußerst empfindlich auf steigende Wassertemperaturen. Wird ihnen zu warm, stoßen sie die Mikroalgen ab, die in ihrem Gewebe leben und sie mit Nahrung versorgen. Die Korallen verlieren ihre Farbe, bleichen aus und können schließlich absterben.

Besonders gefährlich: Durch die Erderwärmung treten Hitzewellen im Meer immer häufiger auf. Für ihre Bewertung legten die Experten ein mittleres Szenario des Weltklimarats IPCC zugrunde, bei dem sich die Atmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts um rund 2,7 Grad erwärmt.

Doch Hitze ist nicht das einzige Problem. Auch Überfischung, Verschmutzung, Küstenbebauung und zu viel Tourismus setzen den Riffen zu. Die Fischerei kann dabei einen regelrechten Teufelskreis auslösen: Werden etwa Papageienfische und Zackenbarsche knapp, können sich Algen stärker ausbreiten. Dadurch können sich vorgeschädigte Riffe schlechter vom Hitzestress erholen.

Wenn die Korallen sterben, verlieren unzählige Tiere ihr Zuhause

Der Kollaps eines Korallenriffs bedeutet weit mehr als ein paar tote Korallen. Das Fundament des Ökosystems verschwindet. Statt der harten Korallen breiten sich zunehmend Algen und Schwämme aus. Der einst extrem artenreiche Lebensraum verarmt.

Die Folgen treffen die gesamte Nahrungskette: Muscheln, Seegurken und Rifffische bis hin zu Meeresschildkröten und Haien sind auf intakte Riffsysteme angewiesen.

IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar warnt: „Korallenriffe zeigen so klar wie kaum etwas anderes an, wie gesund Ozeane sind.“ Ihre Bedeutung ist enorm: Sie bieten einem Viertel aller Meeresarten Lebensraum.

Mit ihrem Verschwinden gingen damit nicht nur einzigartige Ökosysteme verloren. Die IUCN verweist auch auf wirtschaftliche Folgen, unter anderem für Fischerei und Küstentourismus.

Aber: Die Korallen sind noch nicht verloren

Bei aller Dramatik gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die Wissenschaftler halten eine Rettung der Riffe weiterhin für möglich. Korallenriffe hätten bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich selbst von schweren Bleichen wieder erholen können.

Aguilars Botschaft deshalb: „Aber dafür braucht es entschlossenen Klimaschutz.“ Die weitere Erwärmung der Ozeane müsse gestoppt werden. Zusätzlich fordert die IUCN Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen für die Riffe und eine Ausweitung von Meeresschutzgebieten.

Projektleiter Mishal Gudka sieht die dramatischen Ergebnisse deshalb nicht als Todesurteil. Das steigende Risiko müsse „eher ein Weckruf als ein Grund zur Verzweiflung sein“.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren