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Kostenlose Retoure: Warum am Ende alle Kunden dafür zahlen

Wirtschaft

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Was nicht passt oder am Ende eben doch nicht gefällt, wird einfach wieder an den Händler zurückgeschickt. Für Millionen Online-Shopper ist die kostenlose Retoure mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, doch die Rechnung für die Rücksendungen landet nicht einfach im Nichts. Am Ende könnten sogar alle Kunden dafür aufkommen.

560 Millionen Pakete auf dem Rückweg

Das Retouren-Problem im deutschen Onlinehandel wächst stetig. Für 2026 rechnen Experten mit rund 560 Millionen zurückgeschickten Paketen. Das sind mehr als jemals zuvor. 2025 waren es noch 550 Millionen – der damalige Rekord. Damit wird in diesem Jahr voraussichtlich fast jedes vierte online bestellte Paket wieder zurückgeschickt.

Als Ursache gilt unter anderem das veränderte Einkaufsverhalten: Immer mehr Menschen bestellen mittlerweile direkt per Smartphone und treffen ihre Kaufentscheidung somit oft deutlich schneller als früher am PC. Laut Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg werden per Smartphone weniger Informationen konsumiert, bevor der Bestellbutton gedrückt wird. Besonders häufig trifft es die Modebranche : Mehr als 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der retournierten Artikel fallen in diesen Bereich.

Einige schicken zurück – alle zahlen mit

Für Kunden wirken kostenlose Rücksendungen wie ein bequemer Service. Tatsächlich verursachen sie jedoch eine Menge Kosten. Nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI gibt rund jeder fünfte Händler mehr als zehn Euro pro Rücksendung aus.

Und genau hier wird es für alle Kunden interessant: Viele Händler legen die Kosten für kostenlose Rücksendungen auf ihre Artikelpreise um. Wer also sorgfältig auswählt und selten oder nie etwas zurückschickt, kann über höhere Preise trotzdem einen Teil der Retouren anderer Kunden mitfinanzieren. Die kostenlose Retoure ist damit nicht wirklich kostenlos – die Summen werden nur anders verteilt.

Wie fair ist diese Kostenverteilung?

Wer mehrere Größen bestellt und fast alles zurückschickt, treibt die Kosten in die Höhe – und alle zahlen mit. Gegen die Retourenflut suchen Händler deshalb nach neuen Lösungen.

Knapp jeder zehnte Befragte setzt laut EHI bereits testweise auf KI, um Rücksendungen zu analysieren. Dass Händler auch zu härteren Maßnahmen greifen, zeigte sich bereits 2025 bei Zalando : Bei auffälligem Rücksendeverhalten ließ der Modehändler Konten im schlimmsten Fall bis zu zwölf Monate sperren.

Bei weiter steigenden Retourenzahlen stellt sich deshalb die Frage: Wie lange bleibt die kostenlose Rücksendung für alle noch selbstverständlich?

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