Krankenkasse: SDK BKK erhöht den Zusatzbeitrag ab November auf 3,65%
Ab November
Krankenkasse erhöht Zusatzbeitrag
Von t-online, mat
Aktualisiert am 27.10.2026 - 12:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Schätzerkreis prognostizierte jüngst stabile Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Doch eine Kasse passt ihren Beitrag nun deutlich an.
Die Ausgaben steigen langsamer, die Einnahmen legen zu: Die finanzielle Situation der Krankenkassen verbessert sich durch das in diesem Jahr verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz deutlich. Dennoch muss mit der SKD BKK jetzt eine weitere Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag anheben. Bereits zum 1. November steigt dieser bei der Schweinfurter Betriebskrankenkasse um 0,67 Prozentpunkte von 2,98 auf 3,65 Prozent.
Was die Erhöhung finanziell bedeutet
Zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent beträgt der Beitragssatz künftig 18,25 statt 17,58 Prozent; Beschäftigte tragen davon die Hälfte. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.500 Euro beträgt die Mehrbelastung durch die Zusatzbeitragserhöhung knapp 12 Euro im Monat bzw. 141 Euro im Jahr. Bei einem Bruttomonatseinkommen von 5.000 Euro werden knapp 17 Euro im Monat bzw. 201 Euro im Jahr mehr fällig.
Versicherte der SKD BKK haben, sofern sie nicht länger als ein Jahr bei der Betriebskrankenkasse versichert sind, ein Sonderkündigungsrecht. Dieses gilt bis Ende November dieses Jahres. Versicherte, die länger als zwölf Monate bei der Krankenkasse Mitglied sind, können jederzeit und ohne besonderen Grund ihre Kasse wechseln.
Weitere Krankenkassen passen Beitrag an
Die SKD BKK ist allerdings nicht die einzige Krankenkasse, die in den vergangenen Monaten ihren Zusatzbeitrag angepasst hat. So erhöhte etwa die kleine BKK Groz-Beckert den Beitrag zum 1. Oktober deutlich auf 4,20 Prozent – ein Plus von 0,8 Prozentpunkten. Auch die Südzucker BKK erhöhte zum 1. August unterjährig den Zusatzbeitrag auf 3,5 Prozent (zuvor: 2,9 Prozent). Neben vielen kleineren Betriebskrankenkassen traf es mit der IKK Classic auch eine der größten Kassen mit über zwei Millionen Versicherten – hier stieg der Zusatzbeitrag um 0,45 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent. Andere Krankenkassen wie die BKK Herkules und die BMW BKK senkten den Zusatzbeitrag indes im Laufe des Jahres.
Weitere Anpassungen zum Jahreswechsel sind möglich. Zwar hat der sogenannte Schätzerkreis Mitte Oktober prognostiziert, dass der Zusatzbeitrag aufgrund der sich verbessernden finanziellen Situation im kommenden Jahr unverändert bleibt. Allerdings sind die einzelnen Krankenkassen an diese Einschätzung nicht gebunden, sondern entscheiden selbst, ob sie ihren Zusatzbeitrag anpassen. Erste Krankenkassen – etwa die AOK Sachsen-Anhalt oder die BKK exklusiv – haben sich bereits positioniert und stabile Beiträge auch für das kommende Jahr angekündigt.
Kassen müssen wieder informieren
Andere Kassen wiederum könnten ihre Zusatzbeiträge erhöhen. Dies müssen sie ihren Mitgliedern jedoch wieder mitteilen. Im Sommer hatten die Koalitionsfraktionen im Bundestag die Mitteilungspflicht gestrichen, sie mussten sie nach heftigen Protesten jedoch wieder einführen. Allerdings müssen die Krankenkassen ihre Mitglieder nicht mehr zwangsläufig per Brief informieren, sondern können dies künftig auch auf digitalem Wege erledigen.