Krankenversicherung: Solidarbeitrag für Gutverdiener statt Bürgerversicherung?
Private Krankenversicherung behalten, Gutverdienende stärker beteiligen: Ökonomen des Kiel-Instituts schlagen einen Mittelweg zwischen dem heutigen System und einer Bürgerversicherung vor.
Krankenkassenkarten: Ökonomen schlagen vor, Gutverdiener auch nach einem Wechsel in die private Krankenversicherung am Solidarausgleich zu beteiligen. Foto: dpa
Berlin. Als Friedrich Merz (CDU) vor wenigen Tagen über die Zukunft des Gesundheitssystems sprach, griff der Kanzler ein Thema auf, das die Union lange lieber der SPD überlassen hat: die Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten.
Wenn Privatpatienten schneller Leistungen bekämen, Kassenpatienten aber Wochen oder Monate warten müssten, werde das als „Gerechtigkeitsproblem“ empfunden, sagte Merz. Eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung fordert er nicht, wie sein Sprecher später erklärte.
Doch Merz hatte eine Debatte angestoßen, die weit über die Frage der Wartezeiten hinausreicht: Wie lange lässt sich die Trennung zwischen gesetzlich und privat Versicherten in ihrer heutigen Form noch rechtfertigen?
Zwei Kieler Ökonomen des renommierten Wirtschaftsforschungsinstituts Kiel-Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) schlagen nun einen Mittelweg vor. Nach ihrer Idee soll die private Krankenversicherung (PKV) bleiben, Gutverdienende dort aber stärker für den Solidarausgleich herangezogen werden.
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Auch Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) verteidigte das duale System während einer Regierungsbefragung: Eine Bürgerversicherung, wie sie der Koalitionspartner seit Jahren fordert, löse die Kostenprobleme nicht, sagte er.
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