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Krankschreibung: Warken will Online-Krankschreibungen ohne Arztkontakt stoppen

Allgemein

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Krankschreibungen per Online-Fragebogen ohne Arztkontakt künftig unterbinden. »Damit wird diesem Missbrauch endlich ein Riegel vorgeschoben«, sagte die Ministerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Sie verteidigte zudem die Pläne der Bundesregierung, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. »Niemand muss bei Krankheit zwingend in die Arztpraxis«, sagte die CDU-Politikerin. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video.

Bislang wird in der Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab dem vierten Tag verlangt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Pläne als »harte Entscheidung« bezeichnet und damit begründet, dass der Krankenstand in Deutschland gesenkt werden solle. Die Pläne wurden vielfach kritisiert – auch, weil Hausärzte damit mehr kranke Menschen in den überlasteten Praxen erwarten. Die Gewerkschaft Ver.di bezeichnete die Reformen als »Ausdruck einer Misstrauenskultur«.

In der Sendung Maybrit Illner kündigte Warken an, gemeinsam mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) nach einer Lösung zur umstrittenen Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag zu suchen und bald Vorschläge vorlegen zu wollen. »Das ist jetzt die Aufgabe von Bärbel Bas und mir«, sagte sie. Die Arbeitgeber bevorzugten eine Karenztage-Regel.

CDU-Chef fordert, die Krankschreibungsregel »wieder abzuräumen«

Der Chef des Sozialflügels der CDU, Dennis Radtke, forderte indes eine Rücknahme der Krankschreibungsregel. »Es gehört zu einer guten Fehlerkultur, wenn man sagen kann: An dieser Stelle haben wir uns verrannt«, sagte er gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Aus Radtkes Sicht stünden Ertrag und öffentlicher Streitwert in diesem Fall in keinem Verhältnis mehr zueinander. Es sei bedauerlich, dass die Diskussion um die Krankschreibung andere Debatten über notwendige Reformen überlagere. »Positives dringt kaum noch durch«, sagte der CDU-Sozialpolitiker. Das sei auch ein Grund, warum sich das Reformpaket bisher nicht sichtbar in einer Verbesserung der Umfragewerte für Union und SPD ausdrücke.

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