KRAS-Impfstoff zeigt Präventionswirkung
In der Studie erhielten 20 Personen mit erblichem Pankreaskarzinom-Risiko und auffälligen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse den Peptidimpfstoff mKRAS-VAX, der gegen die sechs häufigsten KRAS-Mutationen gerichtet ist. Vier Impfungen wurden innerhalb von 13 Wochen verabreicht. Bei 18 der 20 Teilnehmenden (90 %) wurde eine deutliche KRAS-spezifische T-Zell-Antwort nachgewiesen. Die Immunantwort umfasste sowohl CD4- als auch CD8-T-Zellen und blieb bei einigen Probanden bis zu zwei Jahre nach der Impfung nachweisbar. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,5 Monaten entwickelte keiner der Teilnehmenden ein Pankreaskarzinom oder eine hochriskante Läsion. Der Impfstoff erwies sich als gut verträglich; die Nebenwirkungen beschränkten sich auf leichte bis mäßige Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost oder grippeähnliche Symptome. Bildgebende Nachuntersuchungen zeigten zudem bei fünf Teilnehmenden ein vollständiges Verschwinden kleiner Pankreaszysten und bei drei weiteren eine teilweise Rückbildung. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und der kurzen Nachbeobachtungszeit lässt die Studie jedoch noch keine Aussage darüber zu, ob der Impfstoff tatsächlich Bauchspeicheldrüsenkrebs verhindern kann. Die Forschenden sehen die Ergebnisse als wichtigen Machbarkeitsnachweis für eine präventive Impfung gegen KRAS-mutierte Vorläuferzellen. Eine weitere Studie untersucht bereits den Einsatz des Impfstoffs bei Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Pankreaszysten, die operiert werden, um die Wirkung der Immunzellen direkt im Gewebe zu analysieren.