Krebsrisiko bei Männern: Warum es höher ist als bei Frauen
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Männer erkranken bei vielen Krebsarten häufiger als Frauen. Eine Studie mit knapp 590.000 Erwachsenen aus China und Großbritannien zeigt jetzt: Wie stark Lebensstil und Vorerkrankungen diesen Unterschied erklären, hängt extrem vom Land ab – in China machen sie den Großteil aus, in Großbritannien nur einen kleinen Teil.
Ein Forschungsteam um Zhuo-Ying Li wertete Daten aus Shanghai und der UK Biobank aus. Verglichen wurden Männer und Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren über mehrere Jahre hinweg bei 34 Krebsarten. Tumoren der Geschlechtsorgane und Brustkrebs wurden ausgeschlossen.
Große Unterschiede zwischen den Ländern
Insgesamt traten 70.300 Krebsfälle auf. Männer erkrankten in China 1,66-mal und in Großbritannien 1,49-mal so häufig wie Frauen .
Besonders auffällig: In China erklärten elf untersuchte Risikofaktoren (darunter Rauchen, starkes Übergewicht und Bewegungsmangel) rund 85 Prozent des Geschlechterunterschieds. In Großbritannien waren es dagegen nur 26 Prozent – drei Viertel des Unterschieds lässt sich dort nicht durch den Lebensstil erklären.
Rauchen und Übergewicht im Fokus
In China war Rauchen der Haupttreiber: Es erklärte allein die Hälfte (52 Prozent) des Krebsunterschieds, gefolgt von starkem Alkoholkonsum (15 Prozent). In Großbritannien spielten die einzelnen Faktoren eine viel kleinere Rolle: Starkes Übergewicht trug dort mit knapp 8 Prozent am meisten bei, gefolgt von Rauchen (6 Prozent) und Diabetes (4 Prozent). Zusammen mit weiteren Faktoren kommen sie auf 26 Prozent.
Die Autoren betonen Einschränkungen: Lebensstildaten wurden nur zu Beginn erfasst, Umwelt- oder Berufsrisiken fehlten. Dennoch zeigt die Studie: Während in China Verhaltensänderungen bei Männern (Tabak-/Alkoholkontrolle) die Krebskluft drastisch verringern könnten, dürften in westlichen Ländern biologische Unterschiede wie Genetik oder Hormone die Hauptrolle spielen.