Krefelderin gewinnt Better World Award
Brandenburgs Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke hat bei der feierlichen Verleihung des Better World Awards 2026 in Potsdam die Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin gehalten. Diese kommt aus Krefeld. Bei der Veranstaltung würdigte Liedtke die Arbeit der Linguistin Dr. Friederike Charlotte Hechler, die sich mit Autismus-Forschung beschäftigt. Hechler entwickelte zusammen mit autistischen Menschen Forschungsansätze weiter, die deren eigene Erfahrungen besser berücksichtigen.
Die Preisträgerin wurde 1990 in Olpe geboren und ist in Krefeld aufgewachsen, wo ihre Eltern bis heute leben. Sie hat an der Marienschule Abitur gemacht, dann zunächst an der Humboldt-Universität in Berlin ihren Bachelor bestanden und danach in Potsdam weiter studiert und nach dem Masterstudium promoviert. Damit war auch ein mehr als einjähriger Aufenthalt in Australien an der Macquaire-Universität in Sydney verbunden.
„Ihre Arbeit gibt Anlass, über Fragen des Miteinanders nachzudenken, auch des Miteinanders in der Politik“, sagte die Landtagspräsidentin in ihrer Laudatio. Friederike Hechler hatte sich unter dem Titel „Transforming Autism Research Through Participation, Inclusion and Evidence“ (etwa: Autismus-Forschung verändern durch Teilhabe, Inklusion und wissenschaftliche Belege) neben fünf weiteren Bewerbern um die Auszeichnung beworben. Die Arbeit gründet auf ihrer Dissertation in Sydney, in der sie unter anderem untersuchte, wie autistische und nicht-autistische Menschen Blicksignale in der sozialen Kommunikation nutzen. Aus ihren Erfahrungen mit Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer entwickelte sich ein partizipatives Forschungsprojekt, das die Perspektiven autistischer Menschen stärker in die Entwicklung wissenschaftlicher Untersuchungsinstrumente einbezieht. Die Preisträgerin ist überzeugt: „Die Einbeziehung autistischer Menschen kann die Wissenschaft nicht nur gesellschaftlich relevanter machen, sondern auch wissenschaftlich bereichern.“