Kreml verteidigt Milliarden
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Kreml verteidigt Milliarden-Deal von Trump-Schwiegersohn Kushner bei Ukraine-Verhandlungen
Von: Daniel Dillmann
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Ein brisanter Öldeal mit Russland bringt Jared Kushner in Bedrängnis. Die Kritik wächst, der Kreml springt Donald Trumps Schwiegersohn nun zur Seite.
Washington, D.C. – Ein Öldeal in Milliardenhöhe mit russischen Wurzeln bringt Jared Kushner in Erklärungsnot. Mitten in den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg soll der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump Geschäfte mit Vertretern des russischen Energiesektors gemacht haben. Die Kritik ist groß. Und nun springt ausgerechnet der Kreml Kushner zur Seite.
Kirill Dmitriev, Russlands Sondergesandter und enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, verteidigte Jared Kushner öffentlich auf der Plattform X. Anlass war ein Bericht der New York Times vom 3. Oktober 2026, der enthüllte, dass die US-Verhandlungen zum Ukraine-Krieg um ein milliardenschweres Geschäft mit russischen Öl-Assets erweitert wurden – und dass Kushners Geschäftspartner davon profitieren könnten. „Jared ist ein Friedensstifter. Friedensstifter werden wegen ihres Einsatzes für den Frieden angegriffen, weil Kriegstreiber diese Angriffe großzügig finanzieren. Doch die Friedensstifter werden sich durchsetzen, und die Kriegstreiber werden verlieren“, schrieb Dmitriev und stellte sich damit demonstrativ hinter den Ehemann von Trumps ältester Tochter, Ivanka Trump.
Kushner ist seit 2026 gemeinsam mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff für Friedensmissionen im Auftrag von Präsident Donald Trump tätig – darunter die Verhandlungen zum Beenden des Ukraine-Kriegs. Laut der Moscow Times umfasst der nun bekannt gewordene Deal ein weitreichendes Geflecht aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen weltweit, die dem russischen Energiekonzern Lukoil gehören. Wladimir Putin selbst soll den Deal beim Treffen mit Kushner und Witkoff am 5. September 2026 im Kreml ins Spiel gebracht haben. Putin habe den Deal als Signal gesehen, dass Russland und die USA wieder miteinander Geschäfte machen könnten, berichtete die New York Times unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.
Zum Konsortium der Interessenten zählen laut der US-Zeitung neben dem Trump-Großspender und Milliardär Todd Boehly auch zwei nahöstliche Investorengruppen mit engen Verbindungen zu Kushner und Witkoffs Familie. Eine davon ist ein in Katar ansässiger Konzern, der von den Brüdern Moutaz und Ramez Al-Khayyat kontrolliert wird – sie haben gemeinsam mit Kushner und seiner Frau Ivanka Trump ein milliardenschweres Luxusresort in Albanien finanziert. Ein weiteres Mitglied des Konsortiums ist ein Fonds unter der Kontrolle des emiratischen Nationalen Sicherheitsberaters Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, dessen separater Fonds Lunate zu den größten Geldgebern von Kushners Private-Equity-Firma Affinity Partners gehört.
Trump-Schwiegersohn Jared Kushner im Steckbrief
Zwar fanden die Reporter der New York Times keine Belege dafür, dass Kushner oder Witkoff persönlich an dem Deal verdienen würden. Dennoch bestätigte ein hochrangiger Regierungsbeamter gegenüber der Zeitung, dass beide Männer direkt daran beteiligt waren, den finanziellen Anteil der US-Regierung an dem Geschäft zu gestalten – und sich dabei für eine substanzielle Vorauszahlung sowie Gewinnbeteiligung für die Vereinigten Staaten eingesetzt hätten.
Für Hui Chen, eine frühere Staatsanwältin und Ethikberaterin des US-Justizministeriums, sind die Verflechtungen hochproblematisch. „Das ist eine alarmierende und sehr besorgniserregende Verflechtung“, sagte Chen gegenüber der New York Times. „Und das wirft die Frage auf, wie die Trump-Regierung die verschiedenen hier beteiligten Bieter bewertet. Werden die damit verbundenen persönlichen Interessen das Ergebnis in unzulässiger Weise beeinflussen?“, fragte sie.
Kushner weist Vorwürfe von sich
Kushner selbst wies die Vorwürfe zurück. Bereits am Freitag hatte er auf X reagiert – auf einen CNN-Bericht über mögliche Interessenkonflikte bei seinen Geschäften in Israel. „Irreführende Berichte werden mich nicht von der Aufgabe ablenken, die Präsident Trump mir übertragen hat: dazu beizutragen, Kriege zu beenden, Menschen zusammenzubringen und Frieden zu schaffen. Diese Aufgabe ist zu wichtig“, schrieb Kushner. Eine Sprecherin von Steve Witkoff erklärte gegenüber der New York Times, dieser beziehe kein Regierungsgehalt und habe „keinen Interessenkonflikt oder finanzielle Interessen“ in der Angelegenheit. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht.
Kushner war schon während Trumps erster Amtszeit als Chefberater tätig und galt als treibende Kraft hinter den Abraham-Abkommen, die eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten einleiteten. Seit 2021 führt er die Private-Equity-Firma Affinity Partners, die bis Anfang 2026 knapp 6,16 Milliarden US-Dollar eingesammelt hat – finanziert vor allem aus den arabischen Golfstaaten. (dil) (Verwendete Quellen: New York Times, Daily Beast, CNN, X)