DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,60 % 53.407,54 Pkt 18:26:45 S&P 500 -1,02 % 7.706,00 Pkt 18:26:45 Nasdaq -1,39 % 26.357,10 Pkt 18:26:44 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,10 % 4.422,00 USD 18:16:44 Silber -3,09 % 64,08 USD 18:16:44 Brent +0,72 % 91,52 USD 18:16:37 WTI -0,04 % 84,47 USD 18:16:39 Bitcoin +0,27 % 64.683,39 USD 18:26:37 EUR/USD +0,11 % 1,15870 USD 18:25:55 EUR/GBP +0,08 % 0,85510 GBP 18:26:44 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 18:26:42 EUR/JPY +0,30 % 184,834 JPY 18:26:44

Krieg aus: Trumps Umfragewerte fallen vor Zwischenwahlen auf Rekordtief

Welt

Seit mehr als sechs Monaten dauern die Kampfhandlungen im Nahen Osten an. US-Präsident Donald Trump hatte nach den gemeinsamen Angriffen mit dem Verbündeten Israel auf den Iran einen Erfolg binnen weniger Wochen in Aussicht gestellt. Begründet hatte der 80-Jährige die international umstrittene militärische Intervention damit, dass es nötig sei, das Mullah-Regime in Teheran zu stürzen und zu verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Im Wahlkampf hatte der Republikaner noch versprochen, Kriege zu vermeiden und die Inflation im Schach zu halten. Eine neue Umfrage zeigt nun, dass der Iran-Krieg Trump immer mehr Sympathien und Vertrauen der Wähler kostet. Rund 80 Prozent der US-Bürger – darunter 87 Prozent der Demokraten und 71 Prozent der Republikaner – gehen laut einer Erhebung des Instituts Ipsos für die Nachrichtenagentur Reuters davon aus, dass das militärische Engagement der USA im Iran noch über einen längeren Zeitraum anhalten wird. Nur 16 Prozent erwarten ein Ende des Konflikts binnen weniger Wochen. Lediglich 33 Prozent der Befragten zeigten sich demnach zufrieden mit Trumps Arbeit im Weißen Haus, während 64 Prozent enttäuscht sind. Es ist in dieser Umfrage der schlechteste Wert seit Dezember 2017 während Trumps erster Amtszeit. Bei der bislang letzten Erhebung Anfang August erzielte Trump noch 35 Prozent Zustimmung. Fakt ist: Der Krieg dauert an. Ein zweimonatiges Zeitfenster, in dem nach einem Rahmenabkommen ein detaillierter Friedensplan ausgearbeitet werden sollte, ist ergebnislos verstrichen. Detaillierte Verhandlungen über Irans Atomprogramm haben nie begonnen. Und: Die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus, über die zuvor etwa 20 Prozent des weltweiten verbrauchten Öls transportiert wurden, ist de facto weiter dicht. Die Republikaner in den USA werden angesichts der im November bevorstehenden wichtigen Zwischenwahlen immer nervöser. Doch Trump scheint unbeirrbar. Er verlangte in einem Interview mit dem Sender Fox News, der Iran müsse „die weiße Fahne der Kapitulation“ hissen. Zugleich beharrte er darauf, dass weder die bevorstehenden Zwischenwahlen noch der Zeitablauf ihn unter Druck setzten, eine Vereinbarung zu erreichen. „Ich habe keinen Zeitplan“, sagte Trump. „Ich habe es nicht eilig. (. . . ) Die Zwischenwahlen haben mit meinen Überlegungen überhaupt nichts zu tun.“ Der Präsident ging sogar so weit, dem Oman, der mit dem Iran Gespräche über eine Verwaltung der Meerenge führt, mit massiven Angriffen zu drohen. Politische Analysten sehen sehr wohl eine Gefahr für Trump. Der Krieg habe das Vertrauen der Wähler in Trump geschwächt und könne bei den Zwischenwahlen größere Folgen haben, sagte Lee Miringoff, Direktor des Instituts für öffentliche Meinung an der Marist University, der „Washington Post“. „Für viele Wähler ist der Krieg im Iran mit der Wirtschaft verknüpft. Als die Meerenge geschlossen wurde, stieg der Benzinpreis“, sagte Miringoff. „Das Problem für Präsident Trump und die Republikaner ist, dass vieles von dem, wofür er gewählt wurde, offenbar nicht umgesetzt wird. Es entsteht also das Gefühl, dass es keinen nachvollziehbaren Grund für den Kriegseintritt gibt, keine klare Vorstellung davon, wie der Krieg verläuft, und keinen Hinweis darauf, wie die USA wieder herauskommen wollen. Das ist das Gegenteil dessen, was eine gute politische Lage ausmacht“, sagte Miringoff. Benzin in den USA um rund 36 Prozent teurer als vor einem Jahr Der Durchschnittspreis für eine Gallone (etwa 3,8 Liter) Benzin in den USA lag dem Automobilklub AAA zufolge am Dienstag bei 4,06 Dollar (3,51 Euro). Das ist ein Anstieg von etwa 36 Prozent gegenüber 2,98 Dollar am 28. Februar, als der Krieg begann. Mit Blick vor allem auf das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA 2018 ausgestiegen waren, sagte Alan Eyre, ein ehemaliger Diplomat, der den Vertrag mit dem US-Verhandlungsteam 2015 zum Abschluss brachte, der „Washington Post“: „Die USA haben keine guten Optionen.“ Eyre, der heute am Middle East Institute als Experte tätig ist, erklärte weiter: „Dieser Krieg hat ein komplexes System zerstört. Und es wird nicht zu dem Zustand zurückkehren, in dem es vor dem 28. Februar war.“ Justin Logan, Direktor für Verteidigungs- und außenpolitische Studien am Cato Institute in Washington, sagte der „New York Times“ mit Blick auf die Straße von Hormus: „Das Tragische daran ist, dass die Vereinigten Staaten darum kämpfen, wieder den Zustand des Nahen Ostens herzustellen, der vor Beginn des Krieges herrschte.“ Nach Ansicht von Nate Swanson vom Iran Strategy Project des Atlantic Council, hat Trump mehrere Möglichkeiten, den Krieg zu beenden, wie er der „New York Times“ sagte. fortgesetzter wirtschaftlicher Druck, der allerdings bisher erfolglos geblieben sei Intensivierung der Militäraktionen, obwohl die Munitionsbestände schrumpfen neue Verhandlungen für eine Vereinbarung, die aber wohl der ähneln dürfte, die gerade aufgegeben worden sei Außerdem, sagte Swanson weiter, könnte Trump sich vollständig aus dem Krieg zurückziehen und die Golfstaaten auffordern, sich stärker an der Kontrolle der Straße von Hormus zu beteiligen. „Ich frage mich, ob wir irgendwann – entweder aus freien Stücken oder aus Inkompetenz – einfach die Scheuklappen aufsetzen und die Golfstaaten die Sache unter sich ausmachen lassen.“

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