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Krieg: Drohnen zerstören Ozon

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„Krise ist spürbar“: Ukraines Drohnen treffen Russlands Wirtschaft ins Mark – Benzin-Engpass in Moskau

Von: Felix Busjaeger

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Ukrainische Drohnen treffen zum dritten Mal Ozon-Lager in Russland. Putin gerät wegen der Angriffe auf Russlands Wirtschaft zunehmend unter Druck.

Moskau/Kiew – In der Nacht zum 24. August haben ukrainische Drohnen inmitten des aktuellen Ukraine-Kriegs zum dritten Mal in Folge Logistikzentren des russischen Online-Handelsriesen Ozon angegriffen. Betroffen waren Standorte in Krasnodar, in Nevinnomyssk im Stavropol-Gebiet sowie in der Republik Dagestan, wie unter anderem Astra und Exilenova+ mitteilten. Beim Angriff auf Krasnodar wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs Weniamin Kondratjew zwei Kinder getötet, sieben weitere Kinder und zwei Erwachsene verletzt – Trümmer einer abgeschossenen Drohne trafen eine Kindertagesstätte. Die Angriffe auf Russlands Wirtschaft fielen auf den ukrainischen Unabhängigkeitstag, an dem die Ukraine 35 Jahre Eigenstaatlichkeit beging.

Ozon ist nach Wildberries der zweitgrößte Online-Marktplatz in Russland und gilt, ähnlich wie sein größerer Konkurrent, als Teil der Infrastruktur, die Russlands Wirtschaft im Kriegsalltag am Laufen hält. Das Logistikzentrum in Dagestan, das im Industriepark Tyube liegt und eine Gesamtfläche von rund 130.000 Quadratmetern umfasst, gilt als ein zentraler Knotenpunkt für internationale Lieferungen nach Aserbaidschan und in den Iran. Das Zentrum in Nevinnomyssk verfügt laut Berichten über eine Nutzfläche von 93.514 Quadratmetern und dient der Lagerung, Sortierung und dem Versand von Waren an Ozon-Kunden in der gesamten Region.

Kiew weitet im Ukraine-Krieg Angriffe auf Russlands Wirtschaft aus: Ozon im Visier

Die Angriffe auf Ozon stehen im Kontext einer wochenlangen Kampagne, die zunächst Wildberries ins Visier nahm. Das Unternehmen gilt als Russlands größter Versandhändler, der oft als „russisches Amazon“ bezeichnet wird. Bereits am 16. August hatte Russlands Wirtschaft einen schweren Schlag erlitten.

Ukrainische Drohnen zerstörten das größte Wildberries-Lager in der Oblast Moskau mit einer Fläche von 250.000 Quadratmetern. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff. Insgesamt sollen seit Beginn der Kampagne mehr als 20 Lagerhallen von Wildberries in Flammen aufgegangen sein. Am 16. August erklärten ukrainische Streitkräfte, sieben der zehn größten Logistikzentren des Unternehmens außer Betrieb gesetzt zu haben.

Die wirtschaftlichen Folgen für Russlands Wirtschaft sind erheblich. Wildberries fungiert als Marktplatz für Hunderttausende Kleinunternehmer, die ihre Waren über die Plattform verkaufen. Schätzungen zufolge könnten bereits Waren im hohen einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich vernichtet worden sein. Versicherungen können die entstandenen Schäden laut Einschätzung von Experten nicht auffangen. Zudem drohen Zahlungsausfälle: Händler, die Kredite aufgenommen haben, um Waren zu produzieren, stehen nun vor ihren Verbindlichkeiten. Laut Washington Post wurden allein im August knapp drei Milliarden Euro in bar abgehoben. Wie das ZDF schreibt, hat Wildberries wohl zehntausenden Händlern einen Teil der Kosten erstattet.

Russlands Wirtschaft unter Druck: Putin gerät unter Druck

Auch Wladimir Putin schaltete sich zuletzt wegen der aktuellen Angriffe auf Russlands Wirtschaft ein und forderte die Regierung auf, ein staatliches Programm zur Wiederherstellung der zerstörten Lager- und Logistikkapazitäten aufzulegen: „Auch mit staatlicher Beteiligung. In diesem Zusammenhang bitte ich die Regierung, ein entsprechendes Programm zu verabschieden.“

Parallel dazu verschärft sich eine weitere Krise, die Russlands Wirtschaft unter Druck setzt: Ukrainische Angriffe auf Raffinerien haben in mindestens 30 Regionen zu Benzinengpässen geführt. Besonders betroffen ist Moskau selbst. Die Tankstellenketten Gazprom Neft und Tatneft haben den Kraftstoffverkauf in der Hauptstadt bereits eingeschränkt, wie zuletzt die Deutsche Welle schrieb. „Man kann nicht sagen, dass es gar kein Benzin gibt. Aber die Krise ist spürbar. Sie ist nicht allein ein persönliches Problem – sie ist auch ein wirtschaftliches“, sagt Oleg Grigorenko vom russischen Internetportal 7x7 demnach. Taxifahrer, Kurierdienste und die Bauwirtschaft verzeichnen demnach bereits Auftragsrückgänge.

Der Wirtschaftsexperte Wjatscheslaw Schirjajew sieht in den kombinierten Angriffen auf Logistik und Energieversorgung laut Deutscher Welle eine strategische Wirkung: „Wenn es keinen Diesel gibt, stehen 6000 Kilometer Eisenbahnstrecke in Russland still. Zudem könnte dies Hunderte Betriebe lahmlegen. Ohne Diesel können Zehntausende LKW nicht fahren, Lebensmittel nicht in die Geschäfte gelangen und Landwirte ihre Ernte nicht einbringen.“ (Quellen: Ukrainska Pravda, Kiew Post, Kiew Independent, Astra, ZDF, Washington Post) (fbu)

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