Krieg, Drohnen, Zukunftsangst: Russen sehen ihre Lage düsterer
Startseite Politik Krieg, Drohnen, Zukunftsangst: Russen sehen ihre Lage düsterer Von: Lisa Weegner Uns auf Google folgen Die Stimmung in Russland wird schlechter: Krieg und Zukunftsängste belasten viele Menschen. Mehr Druck, mehr Angst und weniger Zuversicht: In Russland hat sich die politische Stimmung einer aktuellen Umfrage zufolge deutlich verschlechtert. 57 Prozent der Befragten empfinden die Lage inzwischen als angespannt, wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Lewada zeigt. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Mai 2025. Besonders häufig nennen die Befragten Krieg, Drohnenangriffe und Sorgen um die Zukunft als Gründe. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Weitere 13 Prozent beschreiben die politische Situation als kritisch oder explosiv, wie die Untersuchungen von Lewada weiter ergeben haben. Dieser Anteil ist seit September 2025 um acht Prozentpunkte gestiegen. Nur noch 19 Prozent halten die Lage für ruhig. Im Mai 2025 waren es 14 Prozentpunkte mehr. Sieben Prozent sprechen von einer guten oder prosperierenden Lage. Werte erinnern an den Herbst 2022 Seit Mitte vergangenen Jahres haben sich die Bewertungen laut Lewada zunehmend verschlechtert. Ähnliche Werte habe das Institut zuletzt im September 2022 gemessen. Damals hatte Russland vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine eine Teilmobilmachung angekündigt. Was die Menschen belastet, zeigt eine weitere Frage der Erhebung. Unter denjenigen, die die politische Lage als angespannt, kritisch oder explosiv beschreiben, nennen 45 Prozent Krieg, Kampfhandlungen, Mobilmachung und Todesopfer. 21 Prozent verweisen auf Drohnenangriffe, Beschuss, Explosionen und Tote auf russischem Gebiet. Hinzu kommen persönliche Sorgen. 18 Prozent nennen Angst um sich selbst, ihre Kinder oder die weitere Entwicklung. Zehn Prozent sprechen von Instabilität und Unsicherheit über die Zukunft. Neun Prozent verweisen auf Wirtschaftskrise und steigende Preise. Sieben Prozent nennen Probleme mit Benzinversorgung, Warteschlangen an Tankstellen und Kraftstoffpreise. Hintergrund sind anhaltende Versorgungsprobleme: In den vergangenen Wochen wurde der Kraftstoffverkauf in vielen russischen Regionen zeitweise begrenzt, Tankstellen liefen regelmäßig leer. Reuters zufolge hatten die Engpässe nach ukrainischen Angriffen auf Raffinerien deutlich zugenommen. Frauen und Ältere sehen die Lage besonders angespannt Frauen beurteilen die Situation besonders häufig negativ. 63 Prozent von ihnen bezeichnen die politische Lage als angespannt, wie Lewada berichtet. Bei Menschen über 55 Jahren sind es 61 Prozent. Ebenso hoch ist der Anteil unter Befragten, deren Geld nach eigenen Angaben kaum für Lebensmittel reicht. Wer die Lage positiv bewertet, nennt andere Gründe. 41 Prozent dieser Gruppe sagen, alles sei normal und gehe seinen gewohnten Gang. 13 Prozent verweisen auf Stabilität. Elf Prozent nennen das Ausbleiben größerer Proteste und Unruhen. Neun Prozent führen an, dass auf russischem Gebiet keine Kampfhandlungen stattfänden. Lewada befragte vom 21. bis 28. Juli 2026 insgesamt 1612 Erwachsene in 137 Orten und 50 Regionen Russlands persönlich zu Hause. Die statistische Fehlermarge liegt je nach Wert bei bis zu 3,4 Prozentpunkten. Das Institut ist vom russischen Justizministerium als „ausländischer Agent“ eingestuft. Quellen: Lewada, nif/red.