Krieg gegen die Ukraine: Russische Drohne trifft Geheimdienstzentrale in Kyjiw
Eine russische Drohne hat das Hauptquartier des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU in Kyjiw getroffen. Die Drohne sei auf das Büro des Geheimdienstleiters gerichtet gewesen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. Rettungskräfte versorgten demnach die Verletzten vor Ort. Er habe den Befehl erteilt, »den Russen auf diesen Angriff angemessen, spürbar und nach Möglichkeit spiegelbildlich zu antworten«, schrieb Selenskyj.
Außenminister Andrij Sybiha sprach von einer »schweren Eskalation«, die »entschlossene Antworten« erfordere. Der Angriff falle in eine Zeit, in der »ein neuer Vorstoß für Frieden« laufe, sagte der Außenminister. Die russische Regierung demonstriere damit ihre »Ablehnung jeder Diplomatie«. Am Donnerstag hatte Selenskyj angekündigt, US-Präsident Donald Trump wolle seine Unterhändler zu neuen Gesprächen nach Moskau und Kyjiw schicken.
Tagelange Drohnenangriffe auf Kyjiw
Laut dem Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko wurden bei dem Drohnenangriff fünf Menschen verletzt. Auch eine gegenüberliegende Bäckerei wurde demnach zerstört. Kyjiw steht seit zehn Tagen unter anhaltendem russischen Drohnenbeschuss. Am Mittwoch war eine Universität im Stadtzentrum getroffen worden, wobei mindestens sieben Menschen verletzt wurden. Dass Regierungsgebäude beschädigt werden, ist in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg jedoch selten.
Der SBU gilt als zentraler Akteur im ukrainischen Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Dem Geheimdienst gelingen immer wieder folgenschwere Angriffe tief im russischen Hinterland, die die dortige Militärmaschinerie und Energieinfrastruktur schwächen sollen.