Krieg: Hegseth wütet über Debatte um US
Startseite Politik „Schämt euch“: Hegseth wütet über Debatte um US-Raketenarsenal Von: Franziska Schwarz Uns auf Google folgen Die USA bluten aus: Das Militär hat im Iran-Krieg laut Insidern fast 80 Prozent seiner THAAD-Raketen verbraucht. Was das für den Konflikt bedeutet. Washington, D.C. – US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat einen Bericht des US-Senders CNN über massiv geschrumpfte Raketenabwehrbestände im Iran-Krieg scharf zurückgewiesen. Auf der Plattform X teilte er ein Bild einer entsprechenden CNN-Bauchbinde und kommentierte: „Dieses Banner ist NICHT WAHR, @CNN. Schämt euch.“ Zuvor hatte CNN unter Berufung auf zwei anonyme, mit aktuellen Berichten vertraute Quellen gemeldet, das US-Militär habe fast 80 Prozent seiner Abfangraketen für das THAAD-System aufgebraucht. Zudem sei etwa die Hälfte des Patriot-Arsenals seit Kriegsbeginn verbraucht worden. US-Militärkommandeure warnten laut CNN davor, dass die Bestände „gefährlich niedrig“ seien. Fast 80 Prozent der THAAD-Raketen verbraucht: gefährlich niedrige US-Bestände im Iran-Krieg Hinsichtlich der exakten Bestandszahlen gibt es unterschiedliche Angaben, die sich auf Schätzungen des Think Tanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) stützen: Laut einer Publikation des CSIS von Ende Juli lag der Vorkriegsbestand an THAAD-Raketen bei 452 Stück. Der aktuelle THAAD-Bestand wird vom CSIS auf 234 bis 278 geschätzt. Bei den Patriot-Raketen verzeichnete das CSIS in einer eigenen Übersicht 1030 Stück vor dem Krieg. Von diesen Patriots seien heute noch 759 bis 827 übrig. Im Gegensatz dazu gab CNN eine CSIS-Schätzung von rund 2200 Patriots vor dem Krieg an. Die Nachrichtenagentur dpa sprach hingegen von geschätzt gut 2300 Vorkriegs-Patriots. Die Debatte um das US-Arsenal hat direkte Auswirkungen auf die Kriegsführung und die Beziehungen zu Verbündeten. Wie CNN berichtete, hatte US-Präsident Donald Trump für das vergangene Wochenende massive Luftschläge gegen den Iran geplant. Verteidigungsminister Hegseth hatte am Freitag bereits den finalen Befehl dafür erhalten. Trumps Iran-Angriff gestoppt: Golf-Staaten fürchten Vergeltung – und zweifeln an US-Luftverteidigung Die Angriffe wurden jedoch gestoppt, nachdem Golf-Alliierte am Samstag Bedenken äußerten. Diese fürchten iranische Vergeltungsschläge gegen ihre Energieinfrastruktur. Mehrere Staaten in der Region, die auf US-Luftverteidigungssysteme angewiesen sind, zweifeln aufgrund der Bestandsengpässe an der eigenen Fähigkeit, sich gegen solche Angriffe zu schützen. Während das Pentagon gegenüber CNN erklärte, man verfüge weiterhin über ein „tiefes Arsenal“ zum Schutz amerikanischer Interessen, äußern Beobachter strategische Bedenken. Das CSIS wertet den massiven Einsatz von Abfangraketen als mittel- bis langfristiges Risiko für die Bereitschaft der USA in möglichen künftigen Konflikten, etwa mit China. Eine weitere Quelle äußerte gegenüber CNN die Einschätzung, dass konventionelle Angriffe nach hinten losgehen könnten, wenn iranische Drohnen aufgrund mangelnder Abfangraketen in Massen durchdringen, und betonte, dass ein „Tit-for-tat“ den Konflikt niemals beenden werde. (Quellen: CNN, CSIS, dpa) (frs)