Krieg im Iran: USA und Iran greifen sich gegenseitig an
Die USA und der Iran haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Die US-Streitkräfte griffen nach Angaben des zuständigen US-Militärkommandos Centcom mehrere Ziele der iranischen Revolutionsgarde an, darunter Luftabwehrstellungen und Radarsysteme. Der erneute Beschuss sei eine Antwort auf versuchte iranische Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region, teilte Centcom mit. Der Iran warf den USA vor, auch zivile Gebiete angegriffen zu haben.
Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in mehreren Regionen des Landes. Davon betroffen sein sollen die Insel Gheschm und die Großstadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus sowie weiter im Osten der Raum Konarak und die Hafenstadt Tschahbahar. Darüber hinaus wurden Explosionen von der im Persischen Golf liegenden Insel Lavan gemeldet. Medienberichten zufolge wurden auf einer Hochzeitsfeier im Raum Sirik vier Menschen getötet. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden.
Die iranische Revolutionsgarde flog nach den US-Angriffen mehrere Angriffe in der Golfregion. Wie die Streitkräfte in Kuwait und Bahrain mitteilten, wehrten beide Golfstaaten mehrere Drohnenangriffe aus dem Iran ab. Dabei seien Explosionen zu hören gewesen. Auch Jordanien ist in der Nacht unter iranischen Beschuss geraten. Dort wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mehrere ballistische Raketen abgefangen. Nach iranischen Angaben wurden auch US-Ziele im Irak angegriffen.
Ölpreis steigt wieder
Die Ölpreise legten angesichts der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kletterte zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Monaten (95,44 Dollar). Auch der Gaspreis stieg nach der jüngsten Eskalation an. In der Nacht zum Montag hatte es erstmals seit Ende Juli wieder gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA gegeben.
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran zudem für den Fall einer Vergeltungsaktion mit einer Ausweitung der Angriffe. »Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden«, sagte er. Später in der Nacht äußerte er sich gleichgültig über mögliche Verhandlungen mit dem Iran. »Es könnte mir nicht egaler sein, ob sie ein für sie wertloses Abkommen unterzeichnen«, schrieb er in sozialen Medien.