Krieg im Iran: USA verfehlen Hegseths Ziele wohl immer noch
Krieg dauert an So trotzt der Iran den US-Angriffen Von t-online, jse 28.07.2026 - 14:04 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Pete Hegseth wollte Irans Raketenarsenal zerstören – fünf Monate nach Beginn der Angriffe ist das weiterhin nicht passiert. Experten sehen die USA nun vor einem strategischen Dilemma. Trotz hunderter Angriffe der USA auf iranische Ziele ist Teherans Raketenprogramm nach Einschätzung mehrerer Militärexperten weiterhin einsatzfähig. Wie die "Financial Times" berichtet, verfügt Iran nach wie vor über die Fähigkeit, vergleichsweise präzise Raketenangriffe auf Ziele im Nahen Osten auszuführen. Demnach wurden unter anderem US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain sowie Einrichtungen in Saudi-Arabien und Katar getroffen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte nach den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels Ende Februar erklärt, Ziel der Militäraktion sei unter anderem gewesen, Irans Raketenarsenal und dessen Produktionskapazitäten zu zerstören. Fünf Monate später deuten die jüngsten Entwicklungen laut dem Bericht jedoch darauf hin, dass dieses Ziel bislang nicht erreicht wurde. Iran-Krieg: So trickst das Pentagon mit den Opferzahlen Besuch von Selenskyj und Netanjahu: Die Vorzeichen haben sich verändert Mehrere Gründe für Irans Widerstandsfähigkeit Nach Einschätzung von Experten hat die seit April geltende Waffenruhe dem Iran mehr Zeit verschafft, Raketenstellungen wiederherzustellen und Einsätze besser vorzubereiten. Zudem seien israelische Angriffe zuletzt ausgeblieben. Nach Angaben der Zeitung könnten iranische Ingenieure beschädigte unterirdische Raketenbasen schneller als erwartet wieder nutzbar machen. Weitere Fachleute vermuten, dass Iran inzwischen verstärkt modernere Raketensysteme einsetzt. Dadurch könnte sich die Treffgenauigkeit erhöht haben. Außerdem habe das Land aus früheren Konflikten gelernt und unter anderem Abschussverfahren und Tarnung verbessert. USA vor strategischem Dilemma Nach Darstellung der "Financial Times" könnte zugleich die Raketenabwehr der USA und ihrer Verbündeten zunehmend unter Druck geraten. Während der ersten Kriegsmonate seien große Mengen teurer Abfangraketen eingesetzt worden. Zudem habe Iran früh versucht, Radaranlagen und Frühwarnsysteme in Jordanien und den Golfstaaten anzugreifen. Die Experten betonen allerdings, dass sich viele militärische Entwicklungen von außen nicht eindeutig beurteilen lassen. Aus Sicht der Fachleute steht Washington dennoch vor einer schwierigen Entscheidung. Solange Iran über ein leistungsfähiges Raketenarsenal verfüge, bleibe das Land zu Vergeltungsschlägen fähig. Mehrere Experten halten es deshalb laut der "Financial Times" für möglich, dass die USA ihre Angriffe ausweiten müssten. Eine stärkere Beteiligung Israels könnte dabei erneut notwendig werden – mit dem Risiko einer weiteren Eskalation in der Region.