Krieg in der Ukraine: Die US-Armee kauft Kiews „Raybird“-Drohnen im Wert von über 10 Millionen Dollar
Die US-Armee kauft ukrainische Raybird-Drohnen im Wert von 10,64 Millionen Dollar (rund 9,3 Millionen Euro). Der Auftrag ging an Skyeton Inc., die US-Tochter des ukrainischen Herstellers Skyeton, teilt das US-Verteidigungsministerium mit.
Der Vertrag soll bis zum 15. Dezember 2026 erfüllt sein. Er umfasst Aufklärungsdrohnen vom Typ Raybird und dazugehörige Dienstleistungen. Wann genau die einzelnen Systeme ausgeliefert werden, bleibt offen. Das Pentagon nennt weder die bestellte Stückzahl noch die Einheit, die die Drohnen erhalten soll. Auch zur Sensorik der Geräte gibt es keine Angaben.
Ukrainische Raybird-Drohnen für lange Einsätze
Der Raybird ist eine Starrflügel-Drohne für Aufklärungsmissionen über große Entfernungen. Nach Angaben von Skyeton wiegt das System 23 Kilogramm, kann mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben und bis zu 2500 Kilometer weit fliegen. Die Datenverbindung reicht über mehr als 200 Kilometer.
Die Drohne wird zum Start von einer Vorrichtung beschleunigt und in die Luft katapultiert. Sie benötigt keine Startbahn. Nach dem Flug wird die Drohne mit einem Fallschirm geborgen und setzt auf einem Airbag auf.
Weitere Eckdaten der Raybird-Drohne:
Spannweite: 2,96 bis 4,2 Meter
Maximale Flughöhe: 5500 Meter
Nutzlast: bis zu 6 Kilogramm
Geschwindigkeit: 80 bis 140 km/h
Hersteller: Russisches Militärgerät in Milliardenhöhe zerstört
Laut der französischen Zeitung „Le Parisien“ kann die Drohne selbst bei starkem elektronischem Störfeuer noch präzise Zieldaten übermitteln. In der Ukraine dient sie unter anderem dazu, schwere Artillerie ins Ziel zu lenken.
ANZEIGE
ANZEIGE
Skyeton beziffert die bisherige Einsatzzeit im Krieg mit mehr als 350.000 Flugstunden. Nach Unternehmensangaben halfen die mit Raybird gewonnenen Daten dabei, russisches Militärgerät im Wert von mehreren Milliarden Dollar zu zerstören.
Offene Fragen zum Einsatz in den USA
Noch ist unklar, wofür die US-Armee die Systeme konkret einsetzen will. Denkbar sind mehrere Möglichkeiten:
Tests
Ausbildung von Soldaten
direkter militärischer Einsatz
Bekannt ist nur, dass es sich um einen Festpreisvertrag handelt. Einsatzorte und Finanzierung werden laut Pentagon erst mit den einzelnen Abrufen festgelegt. Laut „Le Parisien“ war Skyeton der einzige Anbieter, der auf die Online-Ausschreibung reagierte.
Skyeton verlagert Produktion auf mehrere Standorte
Skyeton baut seine Fertigung seit Monaten um. Im Mai 2026 zerstörte ein russischer Angriff das Büro des Unternehmens in Kiew. Die Produktion war nach Firmenangaben aber schon vorher auf mehrere Standorte in der Ukraine und im Ausland verteilt worden, sodass Lieferungen weiterlaufen konnten.
In der Slowakei betreibt Skyeton einen Montageort. In North Carolina investiert das Unternehmen mehr als 3,1 Millionen Dollar (rund 2,7 Millionen Euro) in eine frühere Fabrik. Dort sollen 162 Arbeitsplätze entstehen.
US-Armee baut Drohnenausbildung wieder um
Das amerikanische Militär sortiert derzeit seine Drohnenstrukturen neu. Anfang September löste die Armee die Spezialisierung einer etwa 600 Soldaten starken Drohneneinheit wieder auf. Die Soldaten kehrten in eine klassische Infanterierolle zurück, berichtete die Nachrichtenagentur AP.
Dagegen regte sich in Washington Widerstand. Kritiker warnten, die Streitkräfte könnten so wichtige Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine langsamer übernehmen.