Krieg in der Ukraine: Drohne trifft Lastwagen 800 Meter von der polnischen Grenze entfernt - Luftalarm in sechs Landkreisen
Eine russische Drohne hat nahe dem Grenzübergang Dorohusk–Jagodzin einen Lastwagen getroffen – nur 800 Meter von der polnischen Grenze entfernt. Auf polnischer Seite wurde niemand verletzt, berichtet das polnische Nachrichtenportal „Zero“. Der Angriff ereignete sich in der Nacht zum 13. September im Westen der Ukraine.
Aus Sicherheitsgründen wurde der Verkehr an mehreren Grenzübergängen vorübergehend gestoppt. Betroffen waren Dorohusk, Zosin, Dołhobyczów und Hrebenne. Die Unterbrechung begann nach 4 Uhr morgens während eines Luftalarms in Ostpolen. Später lief die Abfertigung in Dorohusk, Zosin und Dołhobyczów wieder an. In Hrebenne blieb sie zunächst ausgesetzt.
Luftalarm in sechs Landkreisen
In sechs Landkreisen der Woiwodschaft Lublin heulten Sirenen. An Bewohner in Teilen der Regionen Lublin und Karpatenvorland gingen Warnmeldungen des polnischen Sicherheitszentrums. Darin hieß es, die polnische Luftwaffe überwache den Luftraum. Wegen der russischen Angriffe auf die Westukraine ließ das operative Kommando auch Flugzeuge starten.
Der polnische Grenzschutz meldete nach dem Alarm keine größeren Staus. Die Beamten seien mit erhöhter Aufmerksamkeit im Einsatz gewesen. Ob Menschen auf polnischer Seite Explosionen gehört hatten, blieb zunächst offen.
Tankstelle und Lastwagen geraten in Brand
Unweit des Grenzübergangs wurde nach ukrainischen Angaben auch eine Tankstelle beschädigt. Laut dem ukrainischen Portal „Liga.net“ bestätigte eine Sprecherin des Zolls in Wolhynien, dass Trümmer einer russischen Drohne ein Feuer im Gebäude der Tankstelle auslösten.
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In sozialen Netzwerken waren schon am Morgen Aufnahmen eines großen Feuers aufgetaucht. Zunächst blieb unklar, ob sie tatsächlich aus dem Grenzgebiet stammten. Später verdichteten sich die Hinweise auf den Ort des Einschlags.
Der ukrainische Grenzschutz erklärte, der eigentliche Grenzübergang Dorohusk–Jagodzin sei nicht direkt getroffen worden. Die Abfertigung sei nur aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden.
Auch Zug von Kiew nach Warschau betroffen
Eine russische Drohne hatte nahe dem Übergang auch die Lokomotive des Zuges Kiew von nach Warschau getroffen. Kurz vor dem Einschlag hielt an derselben Station in Jagodzin ein diplomatischer Sonderzug mit dem früheren britischen Premierminister Boris Johnson, dem früheren schwedischen Premierminister Carl Bildt und Günter Sautter, Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Angriff erfolgte unmittelbar nach deren Abfahrt. In dem direkt betroffenen Zug befand sich zudem der frühere CIA-Chef David Petraeus.
Verletzte gab es dabei nicht. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf X, das sei „Terror“, der „die EU und die Nato direkt betrifft“.
Schon am Vortag hatte ein weiterer Zwischenfall die Lage in der Region verschärft. Am 12. September drang eine Drohne, die zuvor den Luftraum der Ukraine und Moldaus passiert hatte, in den rumänischen Luftraum ein und stürzte im Kreis Suceava ab. Moldaus Präsidentin Maia Sandu sagte, Russlands Aggression bewege sich weiter nach Westen.