Krieg in Nahost: Iran startet "Überraschungsangriff"
Newsblog zum Krieg in Nahost Iran attackiert US-Truppen mit "Überraschungsangriff" Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Irans Militär startet eine neue Attacke gegen US-Truppen. Die Huthis setzen ihre Kampagne gegen saudische Schiffe fort. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 29. Juli USA melden Abwehr von neuen iranischen Raketenangriffen Nach einigen Tagen ohne gegenseitige Attacken hat die US-Armee neue Raketenangriffe des Iran gemeldet. Die Truppen Teherans hätten einen "Überraschungsangriff auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" versucht, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am Dienstagabend (Ortszeit). "Alle iranischen Raketen wurden erfolgreich abgefangen." Einheiten der Iranischen Revolutionsgarden hätten "mehrere ballistische Raketen vom Iran aus" abgefeuert, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Dies sei der "Versuch eines Überraschungsangriffs auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" gewesen, der aber vereitelt worden sei. Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran und Vergeltungsattacken Teherans hatten zuvor beide Seiten seit Freitag vergangener Woche keine gegenseitigen Angriffe mehr gemeldet. In der Folge zeigte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung. Er sprach am Montag von einer "guten Chance" für eine Einigung mit Teheran. Dienstag, 28. Juli Huthis melden Angriff auf saudischen Öltanker im Roten Meer Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen saudiarabischen Öltanker im Roten Meer angegriffen. Der Tanker "NCC Ghazal" habe gegen eine Seeblockade der Huthis für saudiarabische Schiffe "verstoßen", erklärte die Miliz am Dienstag über ihren Fernsehsender Al-Masira. Das Schiff habe "Warnungen ignoriert und war gezwungen umzukehren, nachdem mehrere Raketen abgefeuert wurden". Die von Teheran unterstützte Miliz hatte in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker und Ölanlagen angegriffen. Am Montag meldete die Miliz Drohnenangriffe auf "sensible Knotenpunkte" für den Öltransport nach Janbu am Roten Meer. Saudi-Arabien griff Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet an. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu kippen. Iranische Revolutionsgarden bedrohen Melania und Barron Trump Die iranische Propaganda hat ein Drohvideo gegen Melania Trump veröffentlicht. Am Ende des Clips gerät auch Sohn Barron Trump ins Visier der Revolutionsgarden. Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Iran schlägt Übergangslösung für Straße von Hormus vor Der Iran schlägt dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Demnach soll die Route in die eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen, sagte Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen iranischen Fernsehen. Einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung der Transitwege lehnt Teheran ab. Dieser räume nicht die Sicherheitsbedenken des Landes aus, solange keine langfristige regionale Stabilität erreicht sei, so Gharibabadi. Sollte die omanische Regierung den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen, fügte er hinzu. Der Iran habe die Südroute entlang der omanischen Küste nie anerkannt. Trump: Ohne uns würde Israel nicht überleben Vor dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump die Verhältnisse zwischen den beiden Staatschefs noch einmal unmissverständlich klargestellt. Am Montagabend sprach der 80-Jährige an Bord der Air Force One mit Reportern und merkte an: "Wissen Sie, wer ohne uns nicht überleben würde? Israel." Vorangegangen war ein Disput zwischen den beiden Staatschefs, bei dem es um den potenziellen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei ging. Netanjahu, der bereits seit Längerem innenpolitisch enorm unter Druck steht, stellt im laufenden israelischen Wahlkampf vermehrt die Türkei als eines der größten Sicherheitsrisiken für Israel dar. Erdoğan wiederum scheut vor Kritik an Israels Ministerpräsidenten nicht zurück: Im Zuge des Gazakriegs und der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern verglich er Netanjahu wiederholt mit Hitler. Netanjahu hatte daher versucht, Trump davon abzubringen, der Türkei – die als Nato-Mitglied ein Verbündeter der USA ist – die Kampfjets zu verkaufen. Trump machte daraufhin deutlich: "Niemand sagt mir, was wir verkaufen sollen." Auch nicht Benjamin Netanjahu. Weitere Hinrichtungen nach Protesten im Iran Im Iran sind im Zuge einer Hinrichtungswelle abermals zwei Männer im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres exekutiert worden. Den Männern sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten an der Ermordung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.