DAX +0,51 % 26.465,13 Pkt 10:07:17 MDAX +0,56 % 32.516,08 Pkt 10:07:19 Euro Stoxx 50 +0,08 % 6.550,43 Pkt 10:07:15 Dow Jones +0,09 % 53.840,00 Pkt 22:00:00 S&P 500 +0,92 % 7.798,99 Pkt 22:35:03 Nasdaq +1,35 % 26.803,03 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +0,86 % 4.401,10 USD 10:12:14 Silber -0,15 % 64,78 USD 10:12:00 Brent +1,80 % 88,64 USD 10:12:15 WTI +2,04 % 82,91 USD 10:12:15 Bitcoin -0,88 % 62.843,72 USD 10:22:15 EUR/USD +0,21 % 1,15540 USD 10:21:21 EUR/GBP +0,08 % 0,85460 GBP 10:22:18 EUR/CHF +0,27 % 0,93990 CHF 10:22:20 EUR/JPY +0,12 % 183,898 JPY 10:22:19

Krieg mit neuer Versorgungsroute am Laufen

Welt

Startseite Politik „Kaspischer Express“: Russland hält Iran-Krieg mit neuer Versorgungsroute am Laufen Uns auf Google folgen Russland hat eine geheime Versorgungsroute über das Kaspische Meer zum Iran aufgebaut – und untergräbt damit den westlichen Druck auf Teheran. Moskau – Russland hat heimlich eine neue strategische Versorgungsroute über das Kaspische Meer in den Iran aufgebaut. Dieser Logistikkorridor, den manche „Kaspischen Express“ nennen, ist zum Rückgrat von Wladimir Putins Bemühungen geworden, Teheran zu bewaffnen und beiden Ländern gleichzeitig zu ermöglichen, dem maritimen Druck der USA im Persischen Golf zu entgehen. Moskau wandte dieses Modell bereits während des syrischen Bürgerkriegs an, als es das Regime von Baschar al-Assad über eine maritime Versorgungsroute stützte, die gelegentlich als „Syrischer Express“ bezeichnet wurde. Content-Partnerschaft Dieser Artikel von Glen E Howard entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk. Fast ein Jahrzehnt lang operierte dieser Versorgungskorridor zwischen der besetzten Krim und dem syrischen Hafen Tartus. Er ermöglichte es Moskau, seine Expeditionskräfte trotz westlicher Sanktionen und diplomatischen Drucks zu verstärken. Die Türkei schloss nach der Invasion der Ukraine 2022 den Bosporus für Kriegsschiffe, was die Route massiv einengte. Mit dem Ende des syrischen Regimes im Jahr 2024 wurde die Lebensader endgültig gekappt. Heute hat Russland diesen Ansatz im Kaspischen Meer kopiert und das Binnenmeer in das logistische Rückgrat seiner militärischen Partnerschaft mit dem Iran verwandelt. Die strategischen Folgen werden zunehmend sichtbar, während sich der „Golfkrieg III“ auf die Region ausweitet. Anfang dieses Jahres führte Israel Luftangriffe auf den kaspischen Marinestützpunkt des Irans in Bandar Anzali durch und zerstörte Hafenanlagen sowie mehrere Boote – der erste Einsatz israelischer Luftmacht im Kaspikraum. Ende Juli führte die Ukraine einen Drohnenangriff auf ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer durch, bei dem ein Seemann getötet wurde. Dies veranlasste Teheran dazu, Vergeltungsschläge gegen den ukrainischen Hafen Odessa in Erwägung zu ziehen. Putin schafft neue Versorgungsroute im Iran-Krieg: Teheran als unverzichtbarer Verbündeter Moskaus Seit Putin 2022 Russlands Aggression gegen die Ukraine ausweitete, ist der Iran zu einem unverzichtbaren Verbündeten Moskaus geworden. Er liefert Russland ballistische Raketen und Luftabwehrraketen im Wert von 2,7 Milliarden Dollar (ca. 2,4 Milliarden Euro), darunter Hunderte Fath-360-Kurzstreckenraketen und 200 Boden-Luft-Raketen. Russland wiederum hat seinerseits seit Ende 2021 mehr als 4 Milliarden Dollar (3,47 Milliarden Euro) für iranische Militärausrüstung ausgegeben. Der Iran stellte die Schlüsselkomponenten und die Technologie für Putins Flotte von Shahed-Drohnen bereit und half Moskau beim Aufbau von Produktionsanlagen in der Sonderwirtschaftszone Alabuga zur Fertigung von bis zu 6000 Einheiten pro Jahr. Bis zu vier iranische Kaspikhäfen arbeiten rund um die Uhr, um Weizen, Futtermittel und Öl zu importieren, da Teheran lebenswichtige Handelsströme wegen der amerikanischen Blockade der Straße von Hormus über das Binnenmeer umleitet. Unterdessen ist im nördlichen Kaspischen Meer der russische Hafen Olya zu Moskaus wichtigstem Umschlagplatz für den Import iranischer Drohnenkomponenten und Munition geworden. Infolgedessen sind sowohl Russland als auch der Iran auf das binnenliegende Kaspische Meer als unverzichtbare Versorgungsader für ihre jeweiligen Kriegsanstrengungen angewiesen. In einer bemerkenswerten historischen Ironie diente derselbe „Persische Korridor“ über das Kaspische Meer einst im Zweiten Weltkrieg als Lebensader. Damals flossen gewaltige Mengen amerikanischer Leih- und Pachtlieferungen durch Persien, um den sowjetischen Kriegseinsatz gegen Nazi-Deutschland aufrechtzuerhalten. Heute verlässt sich Moskau erneut auf diesen historischen Korridor und ist überzeugt, dass das Kaspische Meer ein unantastbares Schutzrefugium bleibt. Das Kaspische Meer als vor dem Westen geschützte militärische „Bastion“ Seit Jahrzehnten behandelt Russland das Kaspische Meer als geschützte „Bastion“ außerhalb der Reichweite des Westens. Von dort aus feuerten seine Seestreitkräfte 2015 Kalibr-Marschflugkörper gegen Syrien ab und jüngst auch gegen die Ukraine. Zum Einsatz kam Putins neue Wunderwaffe, die ballistische Oreschnik-Rakete. Da das Kaspische Meer keinen Zugang zum offenen Meer hat, kann die Seemacht USA nichts tun, um zu verhindern, dass Russland den Iran mit Lieferungen versorgt, die sonst durch die nun von der US-Marine blockierte Straße von Hormus geführt würden. Diese geografische Realität fügt sich nahtlos in Moskaus breitere geopolitische Ambitionen ein. Das Kaspische Meer wird zum Kernstück eines Nord-Süd-Transportkorridors, der Russland, Aserbaidschan, den Iran und letztlich Indien verbindet und dabei von westlich kontrollierten maritimen Engpässen unabhängig bleibt. Auf diese Weise setzen Moskau und Teheran Sir Halford Mackinders Heartland-Theorie in die Praxis um, indem sie ein binnenländisches eurasisches Logistiknetzwerk schaffen, das die westliche Seemacht abschwächt. Die Unterbrechung dieser Versorgungswege hat daher an Dringlichkeit gewonnen, da Moskau die offensiven Fähigkeiten des Irans während jüngster Feuerpausen im Konflikt mit den USA im Golf aktiv wiederaufgebaut hat. Amerikanische Beamte sagten der New York Times, Russland habe dem Iran geholfen, seine Bestände wieder aufzufüllen, nachdem er während des Krieges 60 Prozent seines Drohnenarsenals verloren hatte. Während sich die regionale Dimension des Iran-USA-Konflikts ausweitet, muss die Trump-Regierung entscheiden, ob sie den Kaspischen Express bekämpfen will, bevor er zur dauerhaften logistischen Wirbelsäule der russisch-iranischen Partnerschaft wird. Eine regionale Strategie gegen den „Kaspischen Express“ Das Weiße Haus hat bereits das diplomatische Fundament gelegt, indem es ein Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan unterstützt und die „Trump Route for International Peace and Prosperity“ initiiert hat. Nun sollte es auf diesem Erfolg aufbauen, indem es eine regionale Strategie entwickelt, die Aserbaidschans Aufstieg zu einer aufstrebenden Mittelmacht im Südkaukasus nutzt. Gleichzeitig soll sie der Ukraine ermöglichen, militärischen Druck auf den Kaspischen Express auszuüben, ohne ein Risiko einer direkten US-Beteiligung einzugehen. Die Geschichte zeigt, dass Kriege oft nicht nur auf dem Schlachtfeld entschieden werden, sondern entlang der Versorgungswege, die sie aufrechterhalten. Der Syrische Express verlängerte einen Krieg um Jahre. Der Kaspische Express stützt nun die russisch-iranische strategische Partnerschaft und Teherans Bemühungen, die Vereinigten Staaten in einem Krieg zu überdauern, der inzwischen in seinen sechsten Monat geht. Ob der Kaspische Express Moskaus strategische Lebensader in den Iran bleibt oder letztlich scheitert, hängt davon ab, welche regionale Strategie Washington verfolgt. Diese müsste in der Lage sein, das Entstehen eines neuen Persischen Korridors anzufechten und russische Bemühungen zur Bewaffnung des Irans zu vereiteln.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren