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Krieg, Spritpreise und Inflation: Vertrauen der US

Welt

Donald Trump gibt sich normalerweise siegesgewiss, hält sich für unschlagbar. Doch vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA am 3. November hat den Präsidenten offenbar das Gefühl beschlichen, dass es dieses Mal anders laufen könnte.

Seinen Republikanern droht eine schwere Schlappe. Sollten sie die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verlieren, würde es Trump das Regieren massiv erschweren.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tennessee baute er jüngst sicherheitshalber schon mal vor. „Wenn wir die Zwischenwahlen nicht gewinnen, werden sie mir die Schuld geben“, sagte Trump.

Und neue Daten zeigen: Der 80-Jährige im Weißen Haus hat allen Grund, sich Sorgen zu machen. Nur noch 36 Prozent der wahrscheinlichen Wählerinnen und Wähler sind mit seiner Amtsführung zufrieden, wie eine landesweite Umfrage der „New York Times“ und der Siena University zeigt. 59 Prozent sehen sie dagegen negativ.

Das ist der niedrigste Zustimmungswert, der in dieser Umfrage je gemessen wurde. Und mehr als zwei Drittel der unabhängigen Wähler missbilligen, wie er sein Amt als Präsident führt.

Die Midterms sind häufig eine Abrechnung mit der Partei des amtierenden Präsidenten. In den vergangenen Jahrzehnten ist es kaum einem Präsidenten gelungen, gestärkt aus den Zwischenwahlen hervorzugehen.

Gleichzeitig bauen die Demokraten ihren Vorsprung gegenüber den Republikanern bei der Frage („Generic Ballot“) nach der bevorzugten Kongresspartei auf elf Prozentpunkte aus. Dieser Durchschnittswert gilt weithin als starker Indikator für Rückenwind für eine Partei.

Allerdings kann auch ein solcher Vorsprung nicht direkt auf die Sitzverteilung im Kongress übertragen werden. Wahlkreisgrenzen und mehrere umkämpfte Rennen in republikanisch geprägten Regionen könnten die möglichen Zugewinne der Demokraten begrenzen.

Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit mit der Trump-Regierung gilt der Umfrage zufolge die wirtschaftliche Lage im Land. Drei Viertel bewerten diese als mittelmäßig oder schlecht.

69 Prozent missbilligen Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten

65 Prozent sehen den Krieg im Iran kritisch

fast 75 Prozent lehnen seinen Umgang mit den hohen Benzinpreisen ab

Die „NYT“ analysiert, dass es für die Demokraten allerdings ein schweres Unterfangen werde, vor allem ihr Ziel zu erreichen, die Kontrolle über den Senat zu gewinnen. Denn dafür wollen sie Sitze in republikanisch geprägten Bundesstaaten gewinnen – darunter Texas, Iowa, Alaska und Ohio –, die Trump 2024 bei der Präsidentschaftswahl mit zweistelligem Vorsprung gewonnen hatte. Andere Umfragen zeigen, dass Demokraten und Republikaner in mehreren wichtigen Senatsrennen in engen Wettbewerben liegen.

Dennoch habe die tiefe wirtschaftliche Frustration sogar die Wählerkoalition aufgebrochen, die Trump zu seiner zweiten Amtszeit verholfen hat, schreibt die „New York Times“. Im vergangenen Jahr haben die Demokraten demnach bei Männern, jungen Wählern und Hispanics an Zustimmung gewonnen und einige Wähler dieser Gruppen zurückgeholt, die vor zwei Jahren zu Trumps Sieg beigetragen hatten.

Der 62-jährige Paul Gettings aus Kalifornien, der im Sommer seinen Job verlor, sagte der Zeitung, er habe 2024 Trump gewählt, werde aber jetzt für die Demokraten stimmen. Seine Gründe: die hohen Benzinpreise, der Krieg im Iran und das aus seiner Sicht harte Vorgehen der Einwanderungsbehörden.

„Ich bin sehr enttäuscht von der Republikanischen Partei und davon, wie sie Trump weiter unterstützen können“, sagte Getting. „Er ist zu einem Politiker geworden wie all die anderen, und es sind viele leere Versprechen.“

Mehrheit sieht jetzt Demokraten als Arbeiterpartei

Wie es in dem Bericht weiter heißt, sieht eine Mehrheit der wahrscheinlichen Wähler die Demokraten inzwischen als Partei der Arbeiterklasse. Das sei ein Wandel gegenüber 2022, als die Wähler der Republikanischen Partei so eingestuft wurden. Zudem würden die Wähler die Demokraten für verlässlicher bei der Einhaltung ihrer Versprechen als die Republikaner halten.

Auch hier eine Trendumkehr. Und in nahezu allen demografischen Gruppen gebe es inzwischen Mehrheiten, die die Demokraten für verständnisvoller halten und für fähiger, die Probleme der durchschnittlichen Amerikaner zu lösen.

So zeigten sich 57 Prozent der Befragten – unabhängig von ihrer beabsichtigten Wahlentscheidung – davon überzeugt, dass die Demokraten beim Thema Gesundheit einen besseren Job machen würden (Republikaner: 37 Prozent). 55 Prozent sagten dies bei den Lebenshaltungskosten (40) und 53 Prozent bei den Spritpreisen. Mit Blick auf die Korruption vertrauten 50 Prozent den Demokraten mehr (39).

„Die Republikanische Partei verursacht (...) mehr Probleme für Menschen wie mich. Als Latino spüre ich die Last dieser Art von Vorurteilen, die die Republikanische Partei meiner Meinung nach oft vermittelt“, sagte der 25-jährige Vince Cordero aus Illinois der „NYT“. „Ich denke zudem, dass die Demokratische Partei eine Chance verdient, zu zeigen, ob sie wirklich gut genug ist.“

Doch trotz seiner sinkenden Werte hat Trump starken Rückhalt bei seiner Basis, heißt es in dem Bericht weiter. Die große Mehrheit der Republikaner (82 Prozent) billigt weiterhin seine Amtsführung und seine zentralen politischen Vorhaben, darunter den Krieg im Iran und die Zölle.

„Die Leute sind verärgert: ‚Oh, Trump hat diese Zölle eingeführt, und jetzt steigen unsere Lebensmittelpreise.‘“, sagte Sheila Murdock, eine pensionierte Krankenschwester aus Shelley in Idaho, die bereits per Briefwahl für die Republikaner gestimmt hat. „Nun ja, aber wenn man das größere Bild betrachtet und was es am Ende bewirkt, macht es die Dinge besser.“

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