Krieg: Waffenruhe für besetzte ukrainische Frontstadt Oleschky läuft
Sowohl Moskau als auch Kyjiw hatten sich zur Einhaltung der Feuerpause in Oleschky bereit erklärt. In dieser Zeit sollen Lebensmittel und Medikamente an die Not leidenden Bewohnerinnen und Bewohner geliefert und Vorbereitungen getroffen werden, damit sich die Menschen dort wieder frei bewegen können (mehr zur katastrophalen Lage der Menschen in der Stadt erfahren Sie hier ).
Weil Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der Drohnen wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen.
Appell aus Kyjiw
Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück, wie es in Washington heißt. Nach Darstellung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelte First Lady Melania Trump die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kyjiw (mehr dazu hier).
Der Generalstab in Kyjiw betonte, dass die vorübergehende Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. »Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben«, hieß es bei Telegram . »Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen.«
Oleschky liegt in der Region Cherson wenige Kilometer südlich des Stroms Dnipro, der die Grenze zwischen russisch besetztem und freiem Gebiet markiert. Über den Fluss hinweg bekämpfen Ukrainer und Russen einander mit Drohnen und Artillerie, Oleschky liegt in der Schusslinie (mehr dazu, wie die Menschen am Dnipro leben, erfahren Sie hier ). Bevor Wladimir Putins Truppen 2022 in die Ukraine einfielen, hatte Oleschky rund 24.000 Einwohner. Je nach Quelle sind es jetzt 2000 bis 6000 in der gesamten Gemeinde.
In anderen Teilen der Ukraine gingen die russischen Angriffe in der Nacht zu Dienstag weiter. In Kyjiw kam es nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko zu einem Raketenangriff. Dabei wurde seinen Angaben zufolge mindestens ein Mensch getötet. Mindestens acht weitere Personen seien verletzt worden. Getroffen wurden seinen Angaben zufolge mehrere Gebäude sowie ein Krankenwagen. Zwei Rettungssanitäter seien dabei verletzt worden, so Klitschko.
Später teilte er zudem mit, dass die wichtige Südbrücke über den Dnipro bei einem Angriff beschädigt worden sei. Der Zugverkehr über die Brücke sei eingestellt worden, fügten die städtischen Behörden hinzu. Die Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Flussufer ist laut Klitschko »einer der entscheidenden Faktoren für die Funktionsfähigkeit der Stadt«.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, russische ballistische Raketen seien in Kyjiw in der Nähe einer Universität und in belebten Stadtvierteln eingeschlagen. In der näheren Umgebung befinde sich »keine einzige militärische Einrichtung«. Der Angriff habe sich unmittelbar gegen die Stadt und ihre Infrastruktur gerichtet.