Krieg: Wolodymyr Selenskyj erklärt, er fühle sich von Donald Trump verraten
Selenskyj beklagt Verlust der USA als Partner
Selenskyj sagte im Interview mit Morgan nun, es sei schade, »dass wir einen starken Partner verlieren«. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben. »Wir verkaufen unser Land nicht.« Es gehe nicht ums Geschäft, sondern um das Leben und das eigene Land. Es sei schmerzhaft, wenn Trump nicht ihre Seite wähle, sagte der ukrainische Präsident. Es sei okay, wenn der US-Präsident »in der Mitte« stünde. »Aber wenn man in der Mitte ist, muss man in der Mitte bleiben.« Er wisse nicht, wer Trump auf die falsche Seite dränge. »Aber das ist nicht die richtige Seite der Geschichte.«
Russland setzte derweil seine Angriffe auf die Ukraine fort. In zwei aufeinanderfolgenden Nächten schlugen unter anderem in Kyjiw Raketen ein, bevor rechtzeitig Luftalarm ausgelöst werden konnte. Selenskyj hatte sich darüber beklagt, von den Verbündeten nicht vorab über die russischen Raketenangriffe informiert worden zu sein (mehr dazu hier).
Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen russische Angriffe stark auf US-Geheimdienstinformationen angewiesen. Berichten zufolge hatte Washington mit deren Einstellung gedroht. Trump bestritt dies am Dienstag.
Streit über Starlink in der Ukraine
Selenskyj kritisierte am Mittwoch auch das US-Unternehmen SpaceX des Unternehmers Elon Musk. Es habe die Satellitennutzung für die Ukraine eingeschränkt – und dadurch die ukrainische Drohnenabwehr und Luftverteidigung im Kampf gegen Russland geschwächt. »Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben«, sagte er im Gespräch mit Morgan.
Musk sieht Trump in der Verantwortung
Elon Musk wiederum machte die US-Regierung für die mutmaßliche Einschränkung der Satellitenkommunikation in der Ukraine verantwortlich. »Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert«, erklärte er auf X . Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung würden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden.
Musk unterschied zwischen dem Starshield-System, auf das die Ukraine für die Gefechtskommunikation angewiesen ist, und Starlink, das die Ukraine ebenfalls nutzt. »Starlink ist auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und darf nicht für offensive militärische Einsätze genutzt werden, da dies für ein kommerzielles Unternehmen unangemessen wäre«, erklärte Musk.