Krise wegen Straße von Hormus: Ex
Startseite Politik Hormus-Krise: Ex-Pentagon-Chef zweifelt an Trumps Iran-Strategie und fordert radikalen Kurswechsel Von: Ines Alberti Uns auf Google folgen Trumps Ex-Verteidigungsminister Esper warnt: Mehr Bomben werden Iran nicht bezwingen. Stattdessen fordert er einen wirtschaftlichen Würgegriff gegen Teheran. Aspen – Hat Donald Trump die falsche Strategie, um den Iran dorthin zu bewegen, wo er ihn haben möchte? Davon geht jedenfalls der ehemalige Pentagon-Chef Mark Esper aus. Der US-Verteidigungsminister aus Trumps erster Amtszeit schlägt kritische Töne zum Vorgehen der USA im Konflikt mit dem Iran an. Durch Beschuss werde man den Konflikt nicht gewinnen, Esper sieht eine andere Strategie als erfolgversprechender an. Scharfe Kritik an Trumps Strategie im Iran-Krieg: „Bin nicht zuversichtlich“ Bei einem Treffen von Sicherheitsexperten in Aspen forderte Esper von der Trump-Regierung, die iranische Wirtschaft zu „erwürgen“. Der US-Präsident scheint nach immer neuen Luftangriffen weiter der Überzeugung zu sein, den Golfstaat auf dem militärischen Weg zu einem Deal im Hinblick auf die Straße von Hormus und das Atomprogramm bewegen zu können. Gegenüber der Financial Times sagte Esper, dieser Ansatz ändere nichts an der Position Irans und dem Willen, die Kontrolle über die Meerenge zu behalten, die so wichtig für den Welthandel ist. „Ich bin nicht zuversichtlich, dass, wenn wir den Beschuss so weiterführen, wie wir es vor Monaten getan haben, und für eine Weile beibehalten, das einen großen Wandel bringen würde“, zitiert das Blatt den Sicherheitsexperten. Esper, der die zuvor erreichte Waffenruhe und schrittweise Öffnung der Straße von Hormus befürwortet hatte, plädierte für massiven ökonomischen Druck auf Teheran. „Wie setzt man sie unter Druck? Eine Option ist ein vollständiger militärischer Angriff. Die andere: Man erwürgt sie wirtschaftlich“, sagte er gegenüber der Financial Times. Allerdings erfordere dieser Weg „Zeit, Geduld und Disziplin“ sowie internationale Unterstützung – „und der Preis für uns wird eine Weile höhere Benzinpreise sein.“ Auch Condoleezza Rice, Außenministerin unter George W. Bush, schloss sich dieser Linie an. Man solle den Druck erhöhen und Iran „in seiner miserablen Wirtschaft schmoren lassen“, sagte sie beim Podiumsgespräch in Aspen. Ölpreise steigen durch Trumps Iran-Krieg – globale Folgen Die eskalierenden Kämpfe um die Straße von Hormus treffen die Weltwirtschaft hart: Der Brent-Rohölpreis ist laut Financial Times seit Anfang Juli um rund 16 Prozent auf etwa 85 Dollar pro Barrel gestiegen. Ein Anstieg, der jedoch nicht so drastisch ist, wie nach Beginn des Krieges Ende Februar. Über die Meerenge wird rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt – doch der Schiffsverkehr liegt aktuell weit unter dem Vorkriegsniveau. US-Energiedaten zeigen zudem, dass die amerikanischen Rohölreserven auf den niedrigsten Stand seit 1984 gefallen sind. Espers Warnung neben dem Iran-Konflikt: China nicht vergessen Esper mahnte auch mit Blick auf die strategischen Kosten des Konflikts. Das US-Militär habe bereits Dutzende Milliarden Dollar und jahrelang aufgebaute Munitionsvorräte verbraucht. „Meine große globale Sorge ist China“, betonte er. Als Maßstab für einen Erfolg nannte Esper zwei Kriterien: die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus und ein Atomabkommen, das mindestens so gut sei wie jenes von Barack Obama – „wahrscheinlich sogar besser“. (Quellen: Financial Times, NBC News, Die Zeit) (ial)