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Kritik am CDU-Chef: Parteiinterne Kritik an Friedrich Merz nimmt zu

Nation

In der CDU wächst der Widerstand gegen den Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Arbeitnehmerflügel der Christdemokraten (CDA) forderte Merz auf, einen anderen Weg einzuschlagen.

In einem Brief an die CDA-Mitglieder sagte Dennis Radtke, Chef des Arbeitnehmerflügels, die Vorstellung von einer »CDU pur« funktioniere nicht. Mit dieser »maximal harten und kantigen« Linie habe Merz die CDU zu einseitig konservativ aufgestellt, zulasten der liberalen und christlich-sozialen Strömungen in der Partei. »Deshalb braucht es jetzt einen Kurswechsel – bei den Inhalten, bei der politischen Erzählung, bei der Kommunikation«, schrieb Radtke. Der Sozialflügel sei in der Merz-CDU marginalisiert worden, kritisierte Radtke – zum Schaden der gesamten Partei.

In einem Interview mit dem Focus wurde Radtke noch deutlicher. »Wenn der Bundeskanzler regelmäßig das halbe Land mit bestimmten Aussagen gegen sich aufbringt, ist das kontraproduktiv.« Als Beispiel nannte er Debatten über die angebliche Faulheit von Arbeitnehmern. Das sei nicht falsche Kommunikation, sagte Radtke. Vielmehr habe die Union »schlicht nicht verstanden, um was es geht«.

Das Schlagwort »CDU pur« stammt aus dem Bundestagswahlkampf 2025. Parteichef Merz und sein damaliger Generalsekretär Carsten Linnemann hatten damals gefordert, die CDU müsse eine Rhetorik der »klaren Kante« zeigen – etwa in der Migrations- und Wirtschaftspolitik – und dürfe sich in thematischen Kernbereichen nicht auf weitreichende Kompromisse einlassen.

»Die Menschen sind von der Bundespolitik sehr enttäuscht«

Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, ging ebenfalls auf Distanz zum Parteichef. »Friedrich Merz, hin oder her – es geht um die Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern«, sagt Peters im Sender Welt TV mit Blick auf die Landtagswahl. Es werde vor der Wahl am 20. September keine weiteren Auftritte von Merz in Mecklenburg-Vorpommern geben. »Die Menschen sind von der Bundespolitik hier bei mir sehr enttäuscht und darunter leiden wir«, sagte Peters und sprach von einem »Existenzkampf«.

Auch der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller (CDU) erhöhte in einem Interview mit Welt TV den Druck auf Merz. »Wir müssen insgesamt als Union, und das gilt auch für unser Spitzenpersonal, weniger versprechen und lieber mehr umsetzen«, sagte Müller. Der Kanzler müsse bei den Reformen nun liefern. Merz’ Anteil am schlechten Erscheinungsbild der CDU wollte Müller zwar nicht kommentieren, verwies aber auf dessen schlechte Umfragewerte.

Unterdessen versucht die Bundesregierung, zu beschwichtigen. Es sei »völlig normal«, dass Vorhaben des Kabinetts im Parlament »kontrovers diskutiert« würden, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. Einen »Aufstand« gegen den Kanzler könne er nicht erkennen.

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