Kritik an US-Plänen
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„Mittelalterlich, barbarisch“: Geplante Liveübertragung von Hinrichtung in den USA sorgt für Entsetzen
Von: Christian Stör
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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant die Live-Übertragung einer Hinrichtung. Die Idee stößt weltweit auf scharfe Kritik.
Washington, DC – Noch ist unklar, ob es dazu kommt. Doch allein schon die Ankündigung von Pete Hegseth, die Hinrichtung eines verurteilten Attentäters live übertragen zu wollen, sorgt weltweit für großes Entsetzen. „Die Liveübertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen“, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Öffentliche Exekutionen stellten „eine Form von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung“ dar.
Menschenrechtsorganisationen schlossen sich der Kritik an. Justin Mazzola von Amnesty International USA erklärte, die Liveübertragung einer Hinrichtung durch ein Erschießungskommando würde die Grausamkeit der Todesstrafe „nur noch verstärken und den Kreislauf der Gewalt fortsetzen, den die Behörden angeblich beenden wollen“. Öffentliche Exekutionen sind laut Amnesty International vorwiegend aus autoritären Regimen bekannt.
„Barbarische Idee“: Kritik an Hegseths Exekutionsplan
Der Plan stieß auch in den USA auf empörte Ablehnung. „In Trumps Amerika erleben wir jetzt öffentliche Hinrichtungen“, schrieb Yassamin Ansari, die erste iranisch-amerikanische Demokratin, die in den US-Kongress gewählt wurde, auf der Online-Plattform X. „Was zur Hölle soll das? So etwas geschieht sonst nur unter brutalen Diktaturen wie im Iran oder in Afghanistan. All das ist Teil von Trumps autoritärer Machtübernahme in den Vereinigten Staaten.“
Während die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton auf X von einer „barbarischen Idee“ sprach, bezeichnete der demokratische Senator Jon Ossoff den Plan einer live übertragenen Hinrichtung als „obszönes mittelalterliches Spektakel“. In einem Interview mit MS NOW nannte er Hegseth einen „zutiefst kranken Menschen, der diese Art von Brutalität offenbar genießt“.
Ähnlich sah es Senator Mark Kelly. Natürlich müsse der Attentäter für seine Morde zur Rechenschaft gezogen werden, schrieb der Demokrat aus Arizona in den sozialen Medien. „Aber eine öffentliche Hinrichtung? Hier in den USA? So etwas praktizieren der Iran und die Taliban. Wollen wir mit solchen Leuten in Verbindung gebracht werden?“ Kelly forderte personelle Konsequenzen für Hegseth.
Öffentliche Hinrichtung in den USA? Selbst Republikaner warnen
Die Kritik beschränkt sich nicht nur auf die Demokraten. Der Republikaner Thom Tillis stellte klar: „Öffentliche Hinrichtungen sind das, was unterdrückerische Diktaturen wie im Iran oder in Afghanistan machen. Es sollte nicht in Amerika geschehen.“ Auch der republikanische Abgeordnete Austin Scott betonte, Liveübertragungen seien Methoden, die man von Dschihadisten kenne.
Es gab allerdings auch andere Stimmen. Als Beispiel sei nur Andy Ogles zitiert: „Ausgezeichnet. Dieser Terrorist hat die öffentliche Hinrichtung verdient. Wir werden uns das anschauen“, schrieb der republikanische Abgeordnete aus Tennessee auf X.
Hegseth kündigt Liveübertragung an – Trump rudert zurück
Dennoch: Nach der scharfen Kritik hat Donald Trump die Ankündigung jetzt relativiert. Eine Entscheidung über die Liveübertragung der Exekution sei noch nicht getroffen worden, sagte Trump im Weißen Haus auf Nachfrage. Nur eins stehe bisher fest: „Er wird getötet“, sagte Trump. „Es ist mir wirklich egal, wie er geht, solange er geht.“
Unterdessen distanzierte sich US-Vizepräsident JD Vance halbherzig von Hegseths Plänen: „Wenn es live übertragen wird, werde ich es mir nicht anschauen“, sagte der praktizierende Katholik, vermied es dabei aber, laute Kritik zu üben. „Ungeachtet der Kontroverse um die Hinrichtungsmethode hoffe ich, dass die Menschen nicht vergessen, dass dieser Mann viele unschuldige Menschen brutal ermordet hat“, sagte er gegenüber der Presse.
Geplante Exekution wäre ein historischer Einschnitt
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor angekündigt, dass die Hinrichtung des Attentäters von Fort Hood durch ein militärisches Erschießungskommando live übertragen werde. „Wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist“, sagte Hegseth dem Sender Real America’s Voice.