Kritiker sicher: Das passiert jetzt nach Trumps Rede-Debakel
Startseite Politik Kritiker sicher: Das passiert jetzt nach Trumps Rede-Debakel Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Trumps Rede floppt – doch sein Umfeld dürfte ihm eine ganz andere Wahrheit erzählen, findet Autor Michael Wolff. Washington – Donald Trumps Auftritt beim Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses geriet zur öffentlichen Bauchlandung. Doch der US-Präsident dürfte die Reaktionen schnell verdrängen. Sein engstes Umfeld werde ihm einreden, er habe einen großartigen Abend geliefert, behauptet sein langjähriger Biograf Michael Wolff. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Trump habe in seinem Leben wohl noch nie auch nur erwogen, bei einem Auftritt versagt zu haben, sagte Wolff zu seiner Co-Moderatorin Joanna Coles. Nach der einstündigen Rede hätten hochrangige Mitarbeiter dem Präsidenten vermutlich versichert: „Sie waren fantastisch.“ Trump werde das glauben, erklärte der Trump-Kritiker und Autor im Podcast „Inside Trump’s Head“ des US-Portals The Daily Beast. Mehrere Beobachter hatten Trumps Auftritt am Freitag als misslungen bewertet. Zahlreiche Witze zündeten nicht. Der Präsident sprach dies während seiner Rede demnach sogar selbst an. Coles beschrieb ihn ihrer Meinung nach als „verzweifelt“ und orientierungslos. Er habe wie ein alter Unterhaltungskünstler gewirkt, dessen bestes Material längst aufgebraucht sei. Trump trifft auf ein schwieriges Publikum Wolff hielt Trump zugute, dass er überhaupt vor den Hauptstadtjournalisten auftrat. Der Präsident hatte das Dinner seit 2015 gemieden und während seiner früheren Amtszeit jede Einladung ausgeschlagen. Der Saal sei allerdings nie sein Publikum gewesen, sagte der Trump-Biograf. Trump passe sich nicht an die Erwartungen der Presse an, erklärte Wolff. Andere Präsidenten hätten versucht, den Ton der Hauptstadtmedien zu treffen. Trump tue das selbst dann nicht, wenn er von der Aufmerksamkeit der Medien profitiere. „Er kriecht nicht zu Kreuze“, sagte Wolff. Coles widersprach in einem entscheidenden Punkt. Trump liebe die Presse und könne ohne sie nicht existieren. Er verbringe große Teile des Tages damit, sich selbst im Fernsehen zu verfolgen. Seine Teilnahme an dem Dinner zeige deshalb nicht nur Selbstbewusstsein. Sie könne auch Ausdruck politischer Nervosität gewesen sein. Beobachter: Rede kam schlecht an Nach Einschätzung von Coles wusste Trump, dass seine Rede im Saal schlecht ankam. Sie vermutete zudem, dass der Verfasser der misslungenen Witze seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Wolff dagegen erwartet, dass Trumps Mitarbeiter das Scheitern herunterspielen und den Präsidenten in seiner eigenen Wahrnehmung bestätigen. Trump schien selbst zu bemerken, dass ihm das Publikum entglitt. Nachdem ein Witz über die Überalterung im US-Kongress kaum Reaktionen ausgelöst hatte, bezeichnete er ihn als den einzigen guten Teil seiner „verdammt dummen Rede“, wie The New York Times berichtet. Kurz vor Schluss setzte er sich mit großer Geste eine Kappe mit der Aufschrift „Trump 2028“ auf. Einige Gäste klatschten, andere lachten, so die New York Times. Die meisten Journalisten blickten dem Bericht zufolge jedoch regungslos nach vorn. Wolff und Coles waren nicht allein mit ihrer Einschätzung: David Gardner, Chefkorrespondent von The Daily Beast, warf Trump in einem Meinungsbeitrag vor, die Presse zugleich zu bekämpfen und zu brauchen. Die Freiheit der Medien sei unter seiner Regierung bedroht.