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Kritiker sieht für Putin keinen Weg zurück

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„Krieg bis zum Ende“: Kasparow erklärt, warum Putin nicht mehr aufhören kann

Von: Lukas Richter

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Kreml-Kritiker Kasparow glaubt, dass Putin sein Machtsystem inzwischen vollständig auf Krieg ausgerichtet hat.

Moskau – Russlands Krieg gegen die Ukraine bestimmt nach Einschätzung des früheren Schachweltmeisters und Kreml-Kritikers Garri Kasparow inzwischen nicht mehr nur die Außenpolitik von Wladimir Putin. Kasparow glaubt, dass der russische Präsident sein gesamtes Herrschaftssystem so stark auf den Krieg ausgerichtet hat, dass eine Beendigung für ihn politisch kaum noch möglich sei.

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Über Jahre habe sich in Russland eine mächtige Gruppe gebildet, die wirtschaftlich und politisch von der Fortsetzung des Krieges profitiere. Gleichzeitig sei ein erheblicher Teil der russischen Wirtschaft auf militärische Produktion umgestellt worden, sagte Kasparow in einem Interview mit dem Exilmedium Forum Freies Russland.

Nach Kasparows Darstellung hat diese Entwicklung die Kräfteverhältnisse innerhalb der russischen Führung verändert. Putin habe schon früher zwischen verschiedenen Interessengruppen vermitteln müssen. Die heutigen Konflikte innerhalb des Machtapparats seien jedoch nicht mehr nur taktischer Natur.

Kasparow: Politischer Preis für Kriegsende wäre zu hoch

Eine weitere Militarisierung der Wirtschaft könne etwa die Interessen einflussreicher oligarchischer Gruppen erheblich treffen. Auf der anderen Seite stünden jene Kräfte, deren Einfluss und Einnahmen unmittelbar an die Fortsetzung des Krieges gekoppelt seien, erklärte Kasparow in dem Interview.

Putin habe sich in diesem Konflikt offenbar für die zweite Gruppe entschieden. „Der politische Preis für die Beendigung des Krieges ist für ihn inakzeptabel“, sagte Kasparow. Der Kreml-Chef lebe inzwischen vollständig in einer politischen Welt, die vom Krieg bestimmt werde.

Was kommt nach dem Krieg?

Kasparow wertet eine Äußerung Putins als „freudschen Versprecher“. Putin hatte bei einem Treffen mit Marinesoldaten von Unterstützern berichtet, die ihn gefragt hätten: „Wenn die ‚Spezialoperation‘ endet – womit werden wir uns dann beschäftigen?“ Kasparow interpretiert die Aussage dagegen als Ausdruck der Abhängigkeit des Putin-Systems vom Krieg.

Kasparow bezeichnete den Satz als eine Art freudschen Versprecher. Mit „wir“ habe Putin aus seiner Sicht sich selbst und möglicherweise auch sein unmittelbares Umfeld gemeint. Die „Logik des Krieges“ sei inzwischen zum dominierenden Prinzip von Putins Herrschaftsmodell geworden.

Auch mögliche Gegengewichte innerhalb des russischen Machtapparats sieht Kasparow inzwischen ausgeschaltet. Kräfte, die den Kriegskurs zumindest zeitweise hätten bremsen können, seien wieder an den Rand gedrängt worden.

„Das war’s. Krieg bis zum Ende“, fasste Kasparow die Entwicklung zusammen. Die letzten „Bremsklötze“ des Systems seien vollständig abgenutzt. Mit offenem Widerstand gegen diesen Kurs rechnet er vorerst nicht.

Garri Kasparow – Vom Schachweltmeister zum Aktivisten

Kasparow, ehemaliger Schachweltmeister, ist einer der bekanntesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Seit seinem Rückzug vom Profisport im Jahr 2005 widmet er sich dem politischen Widerstand gegen die Kremlführung.

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