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Kritische Mineralien: Alle gegen China?

Wirtschaft

China kontrolliert aktuell 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung Seltener Erden. Werden nun auch Indien und Russland dem Westen in der Sache zuarbeiten?

Im Oktober 2025 hat China seine Exportkontrollen für Seltene Erden und kritische Mineralien drastisch ausgeweitet. Die neuen Regelungen erfassen nun alle kritischen Mineralien, Legierungen und Permanentmagnete.

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Unternehmen werden weltweit verpflichtet, eine chinesische Genehmigung einzuholen, bevor sie Produkte exportieren dürfen, die chinesische Seltene Erden enthalten – auch wenn diese Produkte außerhalb Chinas hergestellt wurden.

Diese – im Welthandel übrigens durchaus übliche – "Rules of Origin" geben Peking weitreichende die Kontrolle über globale Lieferketten weit über die eigenen Grenzen hinaus.

Während frühere Exportbeschränkungen für Gallium, Germanium und Graphit nur begrenzte Auswirkungen auf amerikanische Importe hatten, trafen die Kontrollen ab April 2025 die Abnehmerländer von Seltenen Erden und chinesischer Technologie deutlich härter.

Washington reagiert

Die US-Regierung reagiert mit einer Kombination aus nationalen Maßnahmen und internationalen Allianzen. Im Inland hat Washington direkte Kapitalbeteiligungen an heimischen Bergbauunternehmen wie MP Materials übernommen, um die Versorgung mit Seltenen Erden zu sichern.

Das Verteidigungsministerium hat die Fördergelder im Rahmen des Defense Production Act drastisch erhöht, um die heimischen Verarbeitungskapazitäten auszubauen.

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Zudem kündigte das Weiße Haus "Project Vault" an, eine öffentlich-private Partnerschaft im Wert von zwölf Milliarden US-Dollar. Das Programm soll kritische Mineralien beschaffen und lagern, um auf heimische Vorräte zurückgreifen zu können.

Bei all dem greifen die USA auch ganz ungeniert auf verfemte Elemente zentralistischer Planung zurück. Und selbstverständlich wird darüber nachgedacht, wie man China aus seiner Spitzenposition in Afrika verdrängen kann.

Der "Mineral Club"

Da die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen jedoch umweltschädigend ist und lange Vorlaufzeiten erfordert, arbeiten die USA überdies mit einer Reihe von Ländern zusammen, um alternative Versorgungsnetzwerke aufzubauen.

Das Außenministerium will dafür eine neue präferenzielle Handelszone einrichten. Dieser sogenannte "Mineral Club" soll Länder zudem durch garantierte Mindestpreise vor chinesischen Wettbewerbern schützen. Angeblich wollen 30 Länder mitmachen.

Auch die G7 will in dieses Boot. In Evian wurde beschlossen, die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten außerhalb der G7- und Partnerländer bei Seltenen Erden und Permanentmagneten bis 2030 auf unter 60 und „so bald wie möglich“ auf 50 Prozent zu senken.

Die Nachrichtenagentur Reuters rechnet in diesem Zusammenhang vor, dass die Länder allein in diesem Jahr schon 195 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 64 Milliarden Euro angekündigt hätten.

Indien ein strategischer Partner?

Parallel dazu haben die USA zahlreiche bilaterale Abkommen und Absichtserklärungen mit rohstoffreichen Nationen abgeschlossen, um bei der Preisgestaltung zusammenzuarbeiten, die Entwicklung voranzutreiben und Versorgungswege zu sichern.

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist Indien. Am 26. Mai 2026 unterzeichneten Delhi und Washington während des Besuchs von US-Außenminister Marco Rubio ein Rahmenabkommen über kritische Mineralien und Seltene Erden, einschließlich deren Abbau und Verarbeitung.

Das bilaterale Abkommen wurde vor einem Treffen der Quad-Staaten – Australien, Indien, Japan und die USA – in Delhi unterzeichnet, bei dem ein 20 Milliarden US-Dollar schweres Rahmenwerk für kritische Mineralien vereinbart wurde.

Indien verfügt über erhebliche Ressourcen

Indien verfügt über Vorkommen von 30 kritischen Mineralien, darunter Lithium, Kobalt, Nickel, Graphit, Kupfer, Titan, Wolfram, Vanadium und Niob in mehreren Bundesstaaten wie Odisha, Kerala, Andhra Pradesh und Tamil Nadu, wie ein Bericht des Ministeriums für Bergbau vom Juli 2023 zeigt.

Und derzeit Indien produziert nur vier kritische Mineralien – Kupfer, Graphit, Phosphor und Titan – aufgrund begrenzter Explorations- und Verarbeitungskapazität, wie die US International Trade Administration feststellt.

Schwächen bei Verarbeitung und Raffination

Indiens Ressourcenbasis ist damit kleiner als die Chinas. Für den Haushalt 2026/27 stellte die indische Regierung Mittel ein, um "Seltene-Erden-Korridore" zu schaffen.

Sowohl für die USA als auch für Indien liegt die entscheidende Herausforderung jedoch in der Weiterverarbeitung der Erze; bei Trennung, Raffination, Metallurgie, Legierungen und Permanentmagneten. Hier ist Chinas Vorteil am stärksten, betont die South China Morning Post.

Und hier kann Indien punkten, da auf dem Subkontinent niedrigere Umweltstandards gelten als in den G7-Ländern.

Russland bietet Zusammenarbeit an

Auch Russland hat seine Position im globalen Wettbewerb um kritische Mineralien deutlich gemacht. Russland sei einer der unbestrittenen Weltmarktführer bei den Reserven an Seltenerdmetallen, hob der russische Präsident Wladimir Putin kürzlich hervor: "Wir verfügen über diese Vorkommen im Norden, in Murmansk, im Kaukasus, in Kabardino-Balkarien sowie im Fernen Osten, in der Region Irkutsk, in Jakutien und in der Republik Tuwa. "

Moskau wolle so viele ausländische Investitionen von so vielen ausländischen Partnern wie möglich anzuziehen, um Russlands ungenutztes enormes Potenzial in dieser global bedeutsamen Industrie freizusetzen, so Putin weiter. Daran ändere auch die beginnende Zusammenarbeit zwischen den USA und der Ukraine nichts

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