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Kronprinzessin Ingrid Alexandra löst mit Detail Begeisterung aus

Welt

Als König Haakon VIII. am Dienstag vor dem norwegischen Parlament seinen Eid auf die Verfassung ablegte, richteten sich die Blicke nicht nur auf den neuen Monarchen. Auch seine 22-jährige Tochter, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, zog die Aufmerksamkeit auf sich: Sie wählte für den Staatsakt im Storting einen Trauerschleier, der sich deutlich von früheren royalen Auftritten abhob.

35 Jahre nach dem Auftritt von Königin Sonja

Die Wahl des Kopfschmucks erinnert an historische Vorbilder, markiert jedoch zugleich einen deutlichen Wandel. Als König Harald V. am 21. Januar 1991 seinen Eid ablegte, trug Königin Sonja einen langen, dichten schwarzen Trauerschleier, der ihr Gesicht auf dem Weg ins Parlament vollständig verhüllte und erst im Saal gelüftet wurde. Auch bei der Beisetzung von König Olav V. trugen Sonja und Prinzessin Märtha Louise damals schwere schwarze Schleier.

Nach dem Tod von König Harald V. entbrannte in Norwegen zuletzt eine Debatte über Sinn und Form dieser Tradition. Während die inzwischen 89-jährige Königin Sonja bei der Zeremonie am Dienstag ganz auf einen Schleier verzichtete, entschied sich Ingrid Alexandra für eine dezente und zeitgemäße Interpretation.

Royal-Experten loben das modische Statement

In den norwegischen Medien stieß der Auftritt der jungen Thronfolgerin auf großes Interesse. Adelsexperte Per Gunnar Sværen hob in einer Sondersendung des Portals „Nettavisen“ hervor, dass sich die Bilder deutlich von jenen aus dem Jahr 1991 unterscheiden würden, als Königin Sonja ihr Gesicht noch komplett hinter einem langen schwarzen Trauerschleier verbarg.

Bei Ingrid Alexandra sei dies anders: „Kronprinzessin Ingrid Alexandra trug zwar einen Schleier, doch das ist nicht mehr dasselbe Niveau. Da hat eine Entwicklung stattgefunden.“

Auch Royal-Expertin Tove Taalesen bewertete die Kopfbedeckung als wohlüberlegte modische Entscheidung: „Er war kaum sichtbar. Es wirkte eher wie ein Fashion-Statement als der unheimliche Trauerschleier von 1991. Es war eine moderne Version, die sowohl zur Zeit als auch zu Kronprinzessin Ingrid Alexandra passt.“

Taalesen betonte, wie die künftige Monarchin Tradition mit eigenem Stil verbinde: „Die Zeiten sind modern. Wir haben eine Kronprinzessin, die bald 23 Jahre alt wird. Sie hat ein klares Bewusstsein für Mode, achtet auf Nachhaltigkeit und setzt den Schleier hier sehr elegant ein.“

Königin Mette-Marit fehlt aus gesundheitlichen Gründen

Überschattet wurde der historische Staatsakt von einer kurzfristigen Absage: Königin Mette-Marit konnte ihren Ehemann am Dienstag nicht ins Storting begleiten. Wie der Palast am Vormittag mitteilte, machten gesundheitliche Komplikationen im Zusammenhang mit ihrer früheren Lungentransplantation eine ärztliche Beobachtung im Krankenhaus erforderlich.

Lungenfacharzt Are Holm vom Rikshospitalet erklärte, dass derartige Komplikationen nach einer solchen Operation vorkommen könnten und die Königin sich daher schonen müsse.

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