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Kult-Moderator Frederic Meisner rechnet mit Sat.1 nach "Glücksrad"-Absetzung ab: "Viel verbrannte Erde"

Unterhaltung

Die Sat.1-Show "Glücksrad" lockte Ende der 80er Jahre Millionen Menschen vor die Fernseher. Moderator Frederic Meisner findet nun deutliche Worte für seinen alten Sender und die Neuauflagen. Gerade erst wurde bekannt, dass es zwei neue Primetime-Ausgaben der Kult-Show "Glücksrad" mit Sonya Kraus und Guido Cantz zur Primetime auf RTL Zwei geben wird. Die Folgen werden am 27. August und 3. September ausgestrahlt. Mit von der Partie ist schon lange nicht mehr Frederic Meisner. Er startete 1988 auf Sat.1 mit der Kult-Show und führte dort bis 1998 durch die Sendung. Dabei wechselte er sich wöchentlich mit Peter Bond ab. Maren Gilzer fungierte in der Ratesendung mit den Buchstaben als Assistentin und ist bis heute ebenfalls untrennbar mit dem Format verbunden. Ab 1998 wurde die Show dann nur noch mit Frederic Meisner auf Kabel Eins ausgestrahlt. Sonya Kraus stand ihm als "Glücksfee" zur Seite. 2001 war auch dort Schluss. 2004 gab es mit ihm auf 9Live noch einmal ein kurzes Comeback in seiner berühmten Rolle. In einem Interview blickt er jetzt zurück und gibt Einblicke darin, wie er damals seine Absetzung auf Sat.1 erlebte und teilt seine Meinung darüber, was er von der Neuauflage hält. Ex-"Glücksrad"-Moderator spricht über die glorreiche Anfangszeit Auf dem Youtube-Account "Glücksrad Talk" ist Frederic Meisner zu Gast und spricht über die damalige Zeit, in der das "Glücksrad" auf ein Millionenpublikum kam. Er erzählt, dass für Sat.1 80 Männer gecastet wurden, den Zuschlag bekamen letztlich er und Peter Bond. Niemand habe gewusst, was auf sie zukomme. Meisner gibt an: Im Zuge dessen lobte er die Arbeit von Produzent Gerrit Neuhaus: "Die Sendung hatte zu Sat.1-Zeiten wahrlich einen Show-Charakter und das wurde auch gut umgesetzt. Wir arbeiteten mit fünf Kameras und da war Gerrit schon derartig hinterher." Als die täglichen Quoten kamen, sei das "Glücksrad" immer an erster Stelle gewesen. Frederic Meisner merkt dazu an: "Wir hatten schlussendlich bis zu 7 Millionen Zuschauer. Für die Sat.1-Zuständigen war das natürlich nicht besonders erfreulich. Eine Game-Show, eine Werbe-Sendung ist täglich an erster Stelle." Besonders die Sachpreise seien zu Anfangszeiten noch besonders kostspielig gewesen. "Es gab damals Eigenheime, Porsches zu gewinnen. Da wurde ordentlich was rausgeknallt." Mitte der 90er Jahre sei das nicht mehr der Fall gewesen und die Sachpreise wurden vor Ort weniger, berichtet der Moderator. Irgendwann habe es "nur noch Bargeldrunden" gegeben. In der Zeit bei Sat.1, er war dort von 1984 bis 1998, habe er sieben Programmdirektoren kennengelernt. Frederic Meisner kritisiert die "Glücksrad"-Neuauflagen Meisner erzählt rückblickend: "Während dem 'Glücksrad' gab es auch mehrere Wechsel. Jeder wollte an dem 'Glücksrad' irgendwas rumbasteln. Jeder hat sich sofort ans 'Glücksrad' gemacht. Es lief ja alles gut." Besonders bitter sei für ihn die letzte Folge auf Sat.1 gewesen: Im Anschluss kommt er auf die Neuauflagen zu sprechen: "Wie viele Neuauflagen hatte RTL Zwei versucht mit Thomas Hermanns? Das war für mich ein Schuss in den Ofen, weil du aus dieser Sendung kein Klamauk machen kannst." Und weiter: "Wenn da jetzt ein Moderator rumhampelt und versucht, auf lustig zu machen, geht das einfach schwer. Dann wurde wieder nach einem halben Jahr ein neuer Moderator ausgesucht, dann lief es bei RTL+ schon mal, was billigst produziert worden ist." Zudem findet er: "Auch Sonya hat über die Stränge geschlagen, muss ich gestehen. Es hat das eine oder andere nicht mehr zusammengepasst, schade." Nach seinem Sat.1-Aus stand er für das "Glücksrad" bei Kabel Eins ab 1998 vor der Kamera. Die Show wurde nahtlos beim anderen Sender fortgesetzt. Damals wettete er mit Georg Kofler, dem damaligen Geschäftsführer, um Champagner, dass er auf ein Publikum von über drei Millionen kommt. Die Wette gewann er und auch der Marktanteil wurde mit 10,8 Prozent geknackt. Moderator zeigt sich enttäuscht vom Sat.1-Abschied Frederic Meisner kritisiert, dass die spätere Kabel-Eins-Sendung "relativ günstig produziert" worden sei. "Wir hatten keine fünf Kameras mehr, es waren dann plötzlich nur noch drei oder dreieinhalb", sagt er. Auch das Preisangebot sei "schon sehr überschaubar" gewesen. Der Moderator offenbart: "Ich war innerlich auch geknickt, muss ich sagen, es war einfach nicht mehr stimmig." Bei der letzten Sat.1-Sendung 1998 habe es im Übrigen keine richtige Verabschiedung gegeben: "Vom Geschäftsführer oder Unterhaltungschef war keiner auf der Fläche anzutreffen." Auch merkt der 73-Jährige an: "Da hat sich niemand großartig Gedanken gemacht. Es war wieder mal ein Kapitel, was jetzt ad acta gelegt wird. Kein Dankeschön, gar nichts. Das war natürlich schon eine merkwürdige Stimmung." Er als "Schwiegersohnliebling" sollte letztlich für Kabel Eins weiter vor der Kamera stehen. "Das war nicht meine Entscheidung", betont er. Peter Bond und Maren Gilzer waren nicht mehr von der Partie. Anders sei aber der Abschied 2001 bei Kabel Eins gewesen: "Ich habe eine Lederjacke bekommen, eine schöne Kiste Rotwein und noch einige andere Preise. Die haben sich wahrlich bemüht." Nach einem weiteren Neustart bei 9Live war für ihn dann endgültig Schluss. Er erklärt: "Nach der fünften Folge wollte ich eigentlich schon das Handtuch schmeißen. Das war ein noch größerer Abstieg, weil es noch billiger produziert worden ist. Da habe ich keine guten Erinnerungen." Heute schaut er nur noch "sehr wenig fern". Abschließend merkt er mit Blick auf seine "Glücksrad"-Zeit an: "Es ist viel verbrannte Erde hinterlassen worden durch die Neuauflagen, durch die Versuche, das wieder zu etablieren, wo auch die Fans da waren. Es ist leider missglückt." Inzwischen widmet er sich der Mode und kreiert Trachten für Männer. Im Dschungelcamp wird man ihn in jedem Fall nicht sehen: "Ich habe dreimal abgesagt, ich brauche meine Privatsphäre."

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