Kuriose Bergrettung bei Oberstdorf: Smartwatch meldet falschen Flugzeugabsturz
Vier Hubschrauber haben sie losgeschickt, dazu Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, THW, Bergwacht. Aber gefunden haben sie nichts. Kein Flugzeug, nicht mal ein kleines. Erst recht keine Verletzten. Stattdessen einen sehr lebendigen, aber auch stark verwunderten Mann in einer Hütte nahe der österreichischen Grenze, der den Notruf unwissentlich abgesetzt hatte. Oder besser gesagt: seine Smartwatch. Wanderer sind heute ja besser ausgestattet als die ersten Astronauten auf dem Mond. Und manchmal ähnlich gekleidet: Ohne atmungsaktive Stoffe will niemand mehr schwitzen, die Leichtgewichtsdaune passt ohne Umstände in den Rucksack. Schon bei der Panoramatour auf den Hausberg meinen es Touristen mit der Vorbereitung gut, wenn sie um des Überlebens willen Handwasserfilter mit sich führen und gefriergetrocknete Nahrung kaufen. Die ist leicht, und muss für die Zubereitung in der Wildnis des ausgeschilderten Forstwegs lediglich mit heißem Wasser aufgegossen werden. Da mangelt es zwar dann am Gaskocher, weil soweit denken nicht alle. Dafür sind die Stirnlampen so hell, dass man damit sogar tagsüber SOS senden könnte. An atmungsaktiver Kleidung haben Bergretter wenig auszusetzen, bei all dem technischen Gerät, das Gelegenheitswanderer meinen, auf den Gipfel ihrer Wahl schleppen zu müssen, verzweifeln die Retter aber manchmal. Es gibt Bergwachten, die sehen sich inzwischen gezwungen darauf hinzuweisen, dass nicht jedes Licht am Berg gleich ein alpines Notsignal ist. Und es gibt Wanderer, die halten die blaue Farbe, die hinter sogenannten Teufelslöchern scheint, also hinter Felsbögen, für abgestürzte Paraglider – und nicht für wolkenlosen Himmel.